Ungeachtet der internationalen Finanzkrise rechnet die Hafenwirtschaft damit, dass sich die erfolgreiche Entwicklung der deutschen Seehäfen auch in den kommenden Jahren fortsetzt. Tatsächlich wird heute 20% des deutschen Außenhandels über die Seehäfen abgewickelt.
Nach Schätzungen des Zentralverbands der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) sind in den deutschen Häfen gegenwärtig rund 17.000 Menschen beschäftigt. Insgesamt sollen etwa 300.000 Arbeitsplätze mittelbar hafenabhängig sein. In der Metropolregion Hamburg sollen nach einer Statistik der Behörde für Wirtschaft und Arbeit rund 154.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt hafenabhängig sein. Diese großzügigen Berechnungen lassen sich allerdings keineswegs ohne weiteres belegen. Vieles spricht eher dafür, dass die hafengebundenen Arbeitsplätze in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind. Moderne Hafenanlagen agieren weitgehend als Containerschleusen; die „eigentliche“ Wertschöpfung findet im Hinterland statt. Mit anderen Worten: „Die echten Hafenjobs werden immer weniger, und die anderen sind nicht mehr wasserabhängig vom Umschlagplatz.“, so der Hamburger Stadtökonom Dieter Läpple. Darüber hinaus ist zu befürchten, dass sich im Hafenbereich ein enormer Niedriglohnsektor entwickelt hat.
(ms)