25. Januar 2012

Demokratisierung des Kuratoriums des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung

BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG  
Drucksache  20/2990
20. Wahlperiode  25.01.12
 
Antrag
der Abgeordneten Dora Heyenn, Kersten Artus, Christiane Schneider, Norbert Hackbusch, Tim Golke, Cansu Özdemir, Mehmet Yildiz (DIE LINKE) und Fraktion zu Drs. 20/2671

Betr.: Demokratisierung des Kuratoriums des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung


Am 16. Dezember 2010 hat die Bürgerschaft „mehrheitlich mit den Stimmen der SPD, GAL und der Fraktion DIE LINKE gegen die Stimmen der CDU den Antrag der SPD-Fraktion angenommen: „Berufliche Bildung gemeinsam gestalten – Gremien des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (HIBB) gleichberechtigt mit Vertretern der Sozialpartner und des Staates besetzen“. Darin heißt es: „Im Rahmen des „Schulreformgesetzes“ vom 17. Mai 2006 wurde die Gremienstruktur der beruflichen Schulen in Hamburg grundlegend verändert. Mit der Gründung des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung  (HIBB) wurde ein Kuratorium geschaffen, das je zur Hälfte mit Vertretern des Staates und zur Hälfte mit Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitgeber besetzt ist.

Den beiden Spitzenorganisationen der Gewerkschaften (DGB und dbb) wurde lediglich jeweils ein/-e Vertreter/-in mit beratender Stimme  eingeräumt. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) sieht eine gleichberechtigte Teilhabe der Sozialpartner an allen Entscheidungen und Gremien im Bereich der Berufsbildung vor. Die einseitige Beteiligung der Arbeitgeberseite an den Gremien der beruflichen Schulen und dem Kuratorium des HIBB stellt einen bundesweit einzigartigen Bruch mit der paritätischen Beteiligung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in den Gremien der Berufsbildung dar.“
Weiter heißt es: „Die Beteiligung von Gewerkschaften, Eltern und Schülern ist keine Frage, die einer Evaluation bedarf. Sie muss politisch beantwortet werden. Offenbar ist eine Neuwahl des Kuratoriums geplant. Mit dieser Neuwahl muss die gleichberechtigte Teilhabe der Sozialpartner umgesetzt werden.“

Schließlich forderte die Bürgerschaft den Senat im SPD-Antrag auf,

  1. „die Sozialpartner in allen Gremien des HIBB und der beruflichen Schulen gleichberechtigt zu beteiligen und daher auch den Gewerkschaften die gleichberechtigte Vertretung mit Stimmrecht zu ermöglichen.
  2. das Letztentscheidungsrecht und die politische Verantwortung des Staates zu sichern, indem in den Gremien der beruflichen Schulen und des HIBB keine abschließenden Entscheidungen gegen das Votum des Staates getroffen werden können.
  3. die Mitbestimmungsrechte vom Eltern- und Schülervertretern in den Schulvorständen zu stärken.
  4. die Teilung der Schulvorstände in einen Schulvorstand I und einen Schulvorstand II zu beenden und beide Gremien zu einem Schulvorstand  zusammenzuführen und das bisherige Vetorecht der Kammern gegen Arbeitgebervertreter in den Schulvorständen aufzuheben.
  5. der Bürgerschaft bis zum 28. Februar 2011 darüber zu berichten.“

Die Fraktion DIE  LINKE hatte seinerzeit einen Änderungsantrag eingebracht, der schon damals eine gleichberechtigte Beteiligung der DGB-Gewerkschaften  gebracht hätte. Das scheiterte an der SPD-Fraktion. Mittlerweile ist über ein Jahr verstrichen und es hat sich nichts an der unerträglichen Situation geändert. Der SPD-Senat hält sich mal wieder nicht an seine eigenen Versprechen. Wie zu hören ist, gibt es Schwierigkeiten mit der Handelskammer.

Dem Antrag der GAL ist zuzustimmen. Allerdings sollten nur solche Gewerkschaften stimmberechtigte Mitglieder ins Kuratorium des HIBB entsenden, die auch im Landesausschuss für Berufsbildung vertreten sind. Gewerkschaften, die keine Auszubildenden organisieren, machen im Kuratorium des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung keinen Sinn.

Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen,  
dem Antrag der GAL zuzustimmen, allerdings den Punkt 6 wie folgt zu formulieren:  „fünf Vertreterinnen oder Vertreter der DGB-Gewerkschaften.“

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Beschluss: Ablehnung; am 25.01.2012 mehrheitlich mit den Stimmen der SPD, CDU, GAL und FDP gegen die Stimmen der Fraktion DIE LINKE