16. Juni 2008

Entsorgung von Müll aus Neapel

Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ wird die Stadtreinigung Hamburg (SRH) zur Beseitigung der Müllberge in Neapel und Umgebung rund 30.000 Tonnen Abfall aus der Region Kampanien in der Müllverbrennungsanlage Müllverwertung Borsigstraße GmbH (MVB) entsorgen.

Insgesamt sollen im Jahr 2008 in deutschen Müllverbrennungsanlagen 160.000 Tonnen Abfall aus Italien beseitigt werden. Einen entsprechenden Vertrag sollen die SRH und die italienische Regierung unterschrieben haben, nachdem es Krawalle gegen den Export des Mülls beispielsweise nach Sardinien gab und andere Regionen in Italien, wie die Lombardei, Friaul-Julisch Venetien, Veneto, Marken, Basilikata und Ligurien sowie Südtirol, sich weigerten, in ihren Deponien und Verbrennungsanlagen den Abfall aus Kampanien zu entsorgen.

Leukämie, Magen- und Darmkrebs treten rund um die illegalen Mülldeponien in der Region Kampanien vermehrt auf. In 32 Gemeinden zwi-schen Caserta und Neapel ist Wahrscheinlichkeit, an einem Tumor zu erkranken, um 24 Prozent höher als im übrigen Italien, berichtet Neapels Zeitung „il mattino“. Die Staatsanwaltschaft von Neapel will Statistiken des nationalen Gesundheitsministeriums sowie der Weltgesundheitsorganisation unter die Lupe nehmen, aus denen hervorgeht, dass binnen 15 Jahren die Zahl der registrierten Krebsfälle in der Umgebung von illegalen Mülldeponien um Neapel um 84 Prozent gestiegen sind.

Die Fragen der Abgeordneten Dora Heyenn und die Antworten des Senats