BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 19/2640
19. Wahlperiode 31.03.09
Schriftliche Kleine Anfrage der Abgeordneten Kersten Artus (Fraktion DIE LINKE) vom 23.03.09
und Antwort des Senats
Betr.: Hebammen in Hamburg – Was macht der Senat gegen die Unterversorgung?
Hebamme ist der wohl weiblichste Beruf der Welt. Und Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett gehört zu den bedeutendsten Erfahrungen im Leben einer Frau. Neben den angestellten Kolleginnen in den Kliniken sind Hebammen in der Regel freiberuflich tätig. Außerdem gibt es Familienhebammen, die gezielt in die Familien gehen und stabilisierend wirken. Schwangerschaft und Geburt sind natürliche Lebensvorgänge und keine Krankheiten. Hebammen können aufgrund ihrer Qualifikation – soweit Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett unauffällig sind – eigenständig ohne Ärztin/Arzt betreuen und mit der Kasse abrechnen. Dennoch gibt es seit Jahren einen Trend hin zu einer risikobehafteten Betrachtung einer Schwangerschaft und einer Geburt, die dauernder Überwachung bedarf.
Das Wissen um die Anzahl der Hebammen in Hamburg und deren Betreuungsleistungen in der Versorgung in Hamburg ist defizitär. Laut eines Ergebnisberichts des Hebammenverbandes Hamburg e.V. und der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V., HAG, aus 2007 ist bei den Leistungen bezüglich Schwangerenvorsorge, Schwangerschaftsbeschwerden, im Wochenbett und in der Stillberatung ein Trend zur schlechteren Versorgung in den sozial schlechter gestellten Stadtteilen zu beobachten. Die Ergebnisse der Fragebögen von 203 freiberuflich tätigen Hebammen in Hamburg ergaben, dass 21 Prozent der Hebammen maximal eine Frau im Monat betreuen, 33 Prozent betreuen zwei bis drei Frauen, 20 Prozent betreuen mehr als acht Frauen im Monat. Bezogen auf die Lebendgeburten in Hamburg in 2005 (16.179) ergibt sich, dass bei 14 Prozent der Schwangeren die Vorsorge durch eine Hebamme geleistet wurde. Bei Schwangerenbeschwerden nutzten 25 Prozent der Frauen eine Hebamme. 44 Prozent der Wöchnerinnen nahmen Hebammenhilfe in Anspruch und Stillberatung fand bei 10 Prozent aller Schwangeren durch Hebammen statt. Diese niedrigen Quoten stehen vor dem Hintergrund, dass Wöchnerinnen mittlerweile in der Regel bereits nach drei Tagen die Klinik verlassen (98 Prozent aller Geburten finden in einem Krankenhaus statt), nach einem Kaiserschnitt bereits nach vier bis fünf Tagen.
Die Fragen der Abgeordneten Artus und die Antworten des Senats finden Sie hier