4. September 2009

Partystadt Hamburg und die Nöte der Anwohnerschaft

BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 19/3955
19. Wahlperiode 04.09.09

Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Joachim Bischoff (Fraktion DIE LINKE) vom 28.08.09
und Antwort des Senats

Betr.: Partystadt Hamburg und die Nöte der Anwohnerschaft

In großer Einmütigkeit jubilieren Senat, Hotellerie und Restaurationswesen regelmäßig, wenn das Anwachsen der Gästezahlen und -übernachtungen in Hamburg zu vermelden ist. Für diese touristische Klientel reichen aber offenbar stärker denn je nicht mehr nur die „klassischen“ Anlaufpunkte wie der Michel, die Landungsbrücken und das Rathaus, vielmehr werden ganze Stadtteile geradezu – so der örtliche Jargon – „hergerichtet“ und „aufgeschickt“, um die Viertel zu attraktiven Orten des Flanierens zu machen. In den Sommermonaten mischt sich diese Gruppe an einigen Orten mit dem ebenso massiv in Erscheinung tretenden hamburgischen Partypublikum.

Bei dem allgemeinen Hochjubeln dieser Szenerie in der Presse und dem wohlwollenden Umgang der Behörden mit den damit einhergehenden Erscheinungen geraten in einigen Quartieren allerdings auch die Interessen der Anwohner/-innen und der Kleingewerbetreibenden zunehmend aus dem Blickwinkel. Letztere werden vertrieben, weil sie hinsichtlich der sprunghaft ansteigenden Ladenmieten mit den Gaststätten, Clubs und sonstigen Vergnügungsstätten nicht mehr konkurrieren können. Die Bewohner/-innen dagegen werden in dieser vermeintlich attraktiven Lage nicht nur mit teilweise drastischen Mieterhöhungen konfrontiert, sie leiden tagsüber am weggebro-chenen Nahversorgungsgewerbe und abends und bisweilen auch nachts an den Emissionen vor allem der (Außen-)Gastronomie.

Betroffen sind davon insbesondere die innenstädtischen Stadtteile St. Pauli, St. Georg und Sternschanze (bekannter unter dem Begriff Schanzenviertel). Nicht zufällig spielen sich hier neben den angedeuteten Phänomenen in hohem Tempo typische Prozesse der Gentrifizierung ab, das heißt der „Aufwertung“ und Verdrängung.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

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