31. August 2010

Gender Budgeting: Wann werden die Haushaltsmittel der Freien und Hansestadt Hamburg endlich geschlechtergerecht verwendet?

BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 19/7127
19. Wahlperiode
07.09.10
 
Schriftliche Kleine Anfrage
der Abgeordneten Kersten Artus und Dr. Joachim Bischoff (DIE LINKE)  vom 31.08.10

Betr.: Gender Budgeting: Wann werden die Haushaltsmittel der Freien und Hansestadt Hamburg endlich geschlechtergerecht verwendet?


„Nach Artikel  3 Absatz  2  des  Grundgesetzes  soll  der  Staat  die  tatsächliche Gleichberechtigung  von  Frauen  und  Männern  fördern  und  auf  die  Beseitigung bestehender Nachteile hinwirken. Diese Gleichstellungspolitik hat zum Ziel, dass gleiche Chancen für Frauen und Männer von diesen auch tatsächlich genutzt werden. Sie erkennt die Unterschiedlichkeit und Vielfalt bezüglich des Alters,  der  Herkunft,  des  Glaubens  und  der  sexuellen  Identität  an  und versucht diese Aspekte in Politik, Wirtschaft und in das gesellschaftliche Leben zu integrieren.“ (Einleitungstext zum Arbeitsbereich Geschlechterpolitik & Gleichstellung der Arbeitsstelle Vielfalt.)

Gender Budgeting ist ein zentrales und wirksames Instrument zur Herstellung der  Geschlechtergerechtigkeit  und  der  Beseitigung  der  Benachteiligung  der Frauen. Grundgedanke des Gender Budgeting ist: Es gibt keine geschlechtsneutrale Haushaltspolitik. Selbst Politikbereiche wie Wirtschafts-, Verkehrspolitik  und  Innere  Sicherheit  haben  unmittelbare  und  mittelbare Auswirkungen auf die Ungleichheit der Geschlechter. Hinzu kommt, dass Frauen die größere Steuerlast tragen.

Die  Bürgerschaft  hat  sich  in  ihrer  19.  Wahlperiode  im  Rahmen  der  Großen Anfrage  der  Linksfraktion,  Drs. 19/1025,  und  mit  einer  Schriftlichen  Kleinen Anfrage, Drs. 19/1873, mit dem Gender Budgeting, der geschlechtergerechten Aufteilung von Haushaltsmitteln, befasst. Die Bürgerschaft hatte zuvor in ihrer  Sitzung  vom  23.  Januar  2008  mit  Drs.  18/5458  vom  11.  Dezember 2006, geändert durch den Bericht des Haushaltsausschusses 18/7628 vom 17. Dezember 2007, den Senat ersucht, bei der Implementierung des Neuen Haushaltswesens  zu  prüfen,  inwiefern  Kennzahlen  im  Sinne  des  Gender Budgeting  zur  geschlechtergerechten  Darstellung  bei  der  Verwendung  der finanziellen Mittel entwickelt werden können.

Wir fragen den Senat:

Die Fragen der Abgeordneten und die Antworten des Senats finden Sie hier