24. Juni 2009

Uni in der Krise - Senat in der Kritik

- Es gilt das gesprochene Wort -

Einen solchen Konflikt wie den derzeitigen hat es an Universität Hamburg noch nie gegeben. Etwas Vergleichbares ist aus dem ganzen Bundesgebiet nicht bekannt. Alles fing damit an, dass die Präsidentin Arm in Arm mit der Wissenschaftssenatorin die eigene Universität in aller Öffentlichkeit in negativster Form darstellte - sowohl was die Bausubstanz als auch was die Inhalte anbetraf.
Ein ungeheuerlicher Vorgang, insbesondere auch deshalb, weil damit eine komplette Univerlagerung auf den Kleinen Grasbrook und eine komplette Neuausrichtung der Universität begründet wurde.

Lange Jahre wurde in der Universität alles hingenommen -  wenn auch mit Murren. Jetzt wird offen Widerstand geleistet und erst jetzt schreibt die Unipräsidentin einen 4-seitigen Brief und verspricht Besserung.

Aber tut sie das wirklich?

Sie spricht davon, dass sie mit ihrem Arbeitstil viele überfordert habe und dass ihr Reformtempo zu hoch gewesen sei. Aber der Hauptgrund für das Aufbegehren an der Universität ist das, wofür die Präsidentin eintritt. Die neuralgischen Punkte wie das Wissenschaftsförderungsgesetz, der Neubau der HCU und die Univerlagerung werden überhaupt nicht angesprochen. Auf 4 Seiten - nicht angesprochen!

Große Teile des Lehrkörpers und der Studentenschaft wollen etwas ganz anderes als Frau Auweter-Kurtz.
Und jetzt verspricht sie eine Abstimmung innerhalb und außerhalb der Universität.

120 Professoren und 170 wissenschaftl. Mitarbeiter haben öffentlich ihre Unzufriedenheit geäußert. Ein Hauptkritikpunkt war immer, dass die Menschen, die die Universität ausmachen, nicht, viel zu spät und völlig unzureichend in einem Meinungsbildungsprozess zu den Reformen einbezogen wurden.

Online-Diskussionen und unverbindliche Befragungen ersetzen keine Mitbestimmung der Gremien.

Wissenschaft und Lehre muss demokratisch organisiert werden. Genau das will Frau Auweter-Kurtz nicht. Die Uni HH braucht einen Neuanfang - sie braucht eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten.

Die Grünen in Hamburg haben viele Probleme. Ihr zur Zeit größtes ist, dass

 

  • die GAL-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl gegen eine Univerlagerung auf den Kleinen  Grasbrook
  • die Landesvorsitzende der GAL eine glühende Befürworterin des Totalumzugs ist  und
  • die Bürgerschaftsfraktion nicht sagt oder nicht weiß, was sie will.

Die Ursache für dieses Durcheinander ist der 27. September. Was Christa Sager hilft, schadet der schwarz-grünen Koalition.
Es ist offenkundig, dass GAL und CDU eine Entscheidung über den Bundestagswahltermin hinausschieben wollen.

Das ist nicht nur unredlich, das ist unzumutbar für die Situation an der Universität und in der Stadt.

Im Wissenschaftsausschuss meinte der Staatsrat, dass der Senat darüber entscheidet, ob eine Univerlagerung stattfindet oder nicht. Auch wenn er sich nur versprochen hat - die Entscheidung trifft die Bürgerschaft. Wir kündigen schon mal an, dass wir auf jeden Fall namentliche Abstimmung beantragen werden.

Sie von der CDU und der GAL sprechen doch immer davon, dass sie Verantwortung übernehmen, weil sie in der Regierung sind. Sie tun das allerdings nicht, indem sie Senatorensessel besetzen, sondern sie müssen auch Verantwortung übernehmen, wenn es unbequem ist (Elbphilharmonie, HSH-Nordbank) und sie müssen Entscheidungen treffen, auch unbequeme.

Sagen Sie endlich was sie mit der Universität vorhaben und verschonen Sie uns mit tendenziellen Gutachten, falschen Berechnungen und langweiligen Power-Point-Präsentationen.

Wir von der LINKEN erwarten, dass die Senatorin Gundelach endlich aufhört mit dieser Hinhaltetaktik und sich der Kritik allen HamburgerInnen stellt.

Sollte Ihnen dazu der Mut fehlen, sollten sie gemeinsam mit Frau Auweter-Kurtz die Verantwortung abgeben.