Mit Demonstrationen, scharfer Kritik und bunten Protesten reagierten viele Bewohnerinnen aus Hamburg-Mitte auf den „Schreiber-Zaun“ gegen Obdachlose unter der Kersten-Miles-Brücke an der Helgoländer Allee. Am Abend nach dem Spiel des FC-St.Pauli versammelten sich unter dem Motto "Schreiber abschreiben" über 1.500 Menschen am Zaun. Am Tag darauf kamen 50 Menschen zu einer Mahnwache und legen am Gitter Trauerkränze nieder. Am Samstagnachmittag kamen 50 Menschen zu einer Mahnwache und legen am Gitter Trauerkränze nieder. Die Fraktion DIE LINKE rief dazu auf, am Sonntag, den 25. September, ab 14 Uhr an einer öffentlichen Kunstaktion teilzunehmen, bei der die roten Buchstaben AUSGRENZUNG am Zaun angebracht werden sollten. An dieser Aktion beteiligten sich etwa 100 Personen.
Cansu Özdemir, Fachsprecherin für Soziales, Inklusion & Partizipation der Linksfraktion, nahm an der Aktion teil und erklärte: "Wir stehen heute hier vor diesem hässlichen Zaun, um ein klares Zeichen gegen die Politik der Ausgrenzung zu setzen und unsere Solidarität mit den Obdachlosen zu zeigen.
Wahrscheinlich fragen sich viele genau wie ich, wie ein Mensch auf die Idee kommen kann, 118 000 € Steuergelder in solch einen Zaun zu investieren, um Menschen in Not zu vertreiben.
Obwohl bekannt ist, dass es in Hamburg zu wenig gut ausgestattete Unterkünfte für obdachlose Menschen gibt und die medizinische Versorgung von obdachlosen Menschen nicht ausreichend ist.
In vielen Bereichen wird gekürzt, mit der Argumentation es sei kein Geld da, doch wenn es darum geht Obdachlose zu vertreiben und auszugrenzen, dann ist plötzliche wieder reichlich Geld da. Mit diesem Geld sollten Armut und soziale Ungerechtigkeit bekämpft werden und nicht die repressive Gentrifizierungspolitik finanziert werden.
Herr Schreiber (SPD) erklärte in einem Interview mit der MOPO, dass er möchte, das Obdachlose in Einrichtungen übernachten sollen. Da soll Herr Schreiber uns doch bitte mal erklären, was mit den osteuropäischen Obdachlosen in Hamburg geschehen soll? Seit Mitte Juli dürfen osteuropäische Obdachlose in den Einrichtungen von PIK AS nicht mehr übernachten. Somit sind sie auf den Schutz unter der Brücke bei Wind und Regen angewiesen.
Es ist einfach unmöglich und ungerecht, dass Menschen vertrieben werden, damit die Umgebung für Touristen verschönert werden kann. Während Herr Schreiber versucht, seiner Ansicht nach die Gegend zu verschönern, vertreibt und grenzt er jeden und jede und alles aus, was nicht in sein Bild passt.
Als Fraktion DIE LINKE fordern wir Herr Schreiber auf mit seiner Vertreibungspolitik sofort aufzuhören und das Geld in menschenwürdige und dringend notwendige Projekte wie zum Beispiel in den Bau von neuen und gut ausgestatteten Unterkünften und für die medizinische Versorgung von Obdachlosen zu investieren.
Selbstverständlich sollte sich Herr Schreiber auch unverzüglich darum kümmern, den Zaun wieder zu entfernen!"