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31. Januar 2011

Missbrauch der Leiharbeit bei der Diakonie und Asklepios auch in Hamburg?

Der Senat hat auf eine schriftliche Anfrage Der LINKEN zum Missbrauch der Leiharbeit bei der Diakonie und bei Asklepios in Hamburg ausführlich, aber wenig inhaltsschwer geantwortet (Drucksache 19/8443 – siehe Anlage). Danach gibt es auch in Hamburg bei der Evangelischen Stiftung Alsterdorf ein gewerbliches Tochterunternehmen im Bereich der Leiharbeit, die Firma „care flex“. Weiterhin gibt es eine unternehmenseigene Leiharbeitsfirma von Pflegeeinrichtungen der Diakonie, nämlich die „DAH – Dienstleistungsgesellschaft für Altenhilfe in Hamburg mbH“. Im Bereich von Asklepios gibt es zudem sogar vier unterschiedliche Leiharbeitsfirmen im Unternehmensverbund, nämlich: die „Firma Asklepios Kliniken Hamburg GmbH“, die „Firma Asklepios Hamburg Personalservice GmbH“ sowie die „Firma Asklepios meditop Pflegedienst & Service GmbH“. Erkenntnisse zu Missbrauch in der Leiharbeit bei der Diakonie und bei Asklepios liegen dem Senat aber angeblich nicht vor.

Die Zahl der Leiharbeitskräfte wird im Jahr 2011 eine neue Rekordmarke erreichen. Knapp eine Million Menschen arbeiten in Deutschland in der Leiharbeitsbranche. Mit dem Boom der Leiharbeit ist aber auch ein Boom des Missbrauchs verbunden. Problematisch wird Leiharbeit nämlich dann, wenn sie nicht mehr dem Ausgleich von Auslastungsspitzen dient, sondern Normalarbeitsverhältnisse ersetzt.

Es klingt gut, wenn verlautbart wird, „dass Leiharbeitskräfte nur dann eingesetzt werden sollen, wenn das zur Aufrechterhaltung der hohen Qualität der Patientenversorgung und gleichzeitigen Entlastung der Mitarbeiterschaft notwendig ist.“ Die Realität sieht aber anders aus. Es gibt keinen Grund, gleich vier unternehmenseigene Leiharbeitsfirmen bei Asklepios einzurichten, wenn man wirklich nur „Auslastungsspitzen“ mit Leiharbeitern ausgleichen will. Dafür gibt es bereits genug Leiharbeitsfirmen am Markt, die flexibel Personal vorhalten. Es geht vielmehr tatsächlich darum, in großem Umfang Normalarbeitsverhältnisse durch billige Leiharbeitskräfte zu ersetzen. Deshalb gründet man gleich eigene Leiharbeitsfirmen, die nur dem Zweck dienen, das Lohndumping und die Verdrängung von Normalarbeitsverhältnissen im Unternehmen zu organisieren.

Wenn dann auch noch bestätigt wird, dass in Anbetracht des Lohndumpings das Jobcenter team.arbeit.hamburg Leiharbeitskräfte nach dem sogenannten „Hamburger Modell“ mit einem Kombilohn fördert, ist klar, woher der Wind weht. Damit niemand dem staatlich geförderten systematischen Lohndumping zu schnell auf die Schliche kommen kann, lässt der Senat ausrichten: „team.arbeit.hamburg liegen keine Daten vor, an welchen Entleiher die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verliehen werden, da deren Erfassung im EDV-System nicht vorgesehen ist“. Ein Schelm, wer böses dabei denkt….