Die Finanzsituation der FHH für 2009 und 2010 ist schwierig. Angesichts der Rückwirkungen der Finanzkrise (HSH Nordbank), der sich abzeichnenden Weltwirtschaftskrise, aber auch der politischen Fehlentwicklungen (Elbphilharmonie) sind die Haushalts- und Finanzplanungen des schwarz-grünen Senats völlig aus dem Gleis gelaufen.
Für 2009 zeichnet sich folgende Konstellation ab: Schon nach der Steuerschätzung vom November 2008 und deren Aktualisierung im Januar 2009 (Drucksache 19/2250) werden die Steuereinnahmen in diesem Jahr um ca. 750 Mio. Euro zurückgehen. Die Hoffnung, diesen Rückgang durch Steuermehreinnahmen des Jahres 2008 (309 Mio. Euro) ausgleichen zu können, hat selbst der Senat nicht mehr. Weil Hamburg mit der starken Exportorientierung seiner Ökonomie stark vom Schrumpfungsprozess der globalen und nationalen Wirtschaft betroffen sein wird, plädiert die LINKE für ein massives Gegensteuern. Für eine Antikrisenpolitik gibt es in Hamburg einen finanzpolitischen Spielraum:
Die Mehrausgaben stehen überwiegend im Zusammenhang mit den aktuellen Krisenerscheinungen und der politischen Absicht, die soziale Spaltung zu bekämpfen und eine Stabilisierung des regionalen Arbeitsmarktes zu erreichen.
1. Einrichtung eines sozialen Notfonds | 225 Mio. Euro |
2. Einführung eines Sozialtickets | 50 Mio. Euro |
3. Sofortmaßnahmen gegen Wohnungsmangel | 206 Mio. Euro |
4. Abschaffung der 1 Eurojobs und aktive Arbeitsmarktpolitik | 260 Mio. Euro |
5.Verbesserungen bei Bildung, Gesundheit, Kultur und ÖPNV |
DIE LINKE setzt sich für das Haushaltsjahr 2009 – gerade unter dem Blickwinkel der Wirtschaftskrise – für ein umfassendes Landesprogramm gegen Armut und soziale Spaltung, die Abschaffung der Ein-Euro-Jobs und die massive Ausweitung von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen in den Bereichen Bildung, Schule, Soziale Dienste und Stadtentwicklung ein. Insgesamt dürften mit diesem Programm ca. 15.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und weitere 40.000 bestehende stabilisiert werden können.Der gegebene Einnahmerahmen des Haushaltes reicht nicht aus, einen ausgeglichenen Haushalt zu verwirklichen. Schon der vorgelegte Haushaltsentwurf weist wegen geringerer Steuereinnahmen und Mehrausgaben ein Defizit von 1,7 Mrd. € aus. Eine Ausweitung der öffentlichen Schulden ist in der Wirtschaftskrise unvermeidlich. Die politische Debatte geht also darum:
Die LINKE fordert die Erweiterung des Haushaltes 2009 in Richtung eines bürgerbezogenen Strukturprogrammprogramms. Die Bekämpfung der sozialen Spaltung und die Ausweitung von öffentlichen, sozialen und kulturellen Dienste sind nicht nur der wirksamste Beitrag gegen die Wirtschaftskrise, sondern auch der Einstieg in eine andere Politik- und Gesellschaftsentwicklung. Hamburg hat – nicht zuletzt mit Blick auf den großen Bereich öffentlicher Unternehmen – gute Voraussetzung aus eigener Kraft einen Beitrag gegen die Wirtschaftskrise zu leisten.