Häusliche und sexuelle Gewalt gehören laut WHO zu den zentralen Gesundheitsrisiken für Frauen. Für Frauen ist die Gefahr weitaus größer, in ihrer eigenen Wohnung durch Partner und andere Familienangehörige Gewalt zu erfahren als auf der Straße Opfer von Gewalt durch Fremde zu werden.
In einer repräsentativen bundesweiten Umfrage erklärte jede vierte Frau, einmal oder mehrmals körperliche oder (zum Teil zusätzlich) sexuelle Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt zu haben. (BMFSFJ 2004)
Um diesem immensen Ausmaß von betroffenen Frauen und Kindern gerecht zu werden, legt der Europarat einen EinwohnerInnen-Schlüssel von einem Frauenhausplatz pro 7500 EinwohnerInnen zugrunde. (Programm der Europaratskampagne zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen, einschließlich der häuslichen Gewalt, verabschiedet vom MinisterInnenkomitee am 21.06.2006)
Hamburg hat bei einer aktuellen EinwohnerInnenzahl von 1 766 156 nach dieser Berechnung einen Bedarf von 235 Plätzen. Aktuell verfügen die Hamburger Frauenhäuser zusammen über 193 Plätze.
Es fehlen also 42 Schutzplätze.
Diese Berechnung trifft sich mit der seit Jahren berichteten permanenten Auslastung der vorhandenen Plätze in den Hamburger Frauenhäusern von 100% und mehr.