21. April 2010

Kettenreaktion am 24.4.: Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel sofort stilllegen! – Schwarz-grüne Versprechen

BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 19/5979
19. Wahlperiode
21.04.10
 
Antrag
der Abgeordneten Dora Heyenn, Norbert Hackbusch, Christiane Schneider, Kersten Artus, Elisabeth Baum, Dr. Joachim Bischoff, Wolfgang Joithe-von 
Krosigk, Mehmet Yildiz (Fraktion DIE LINKE)
zur Drs. 19/5841

Betr.:  Kettenreaktion am 24.4.: Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel sofort stilllegen! – Schwarz-grüne Versprechen

Die  Schrott-AKWs  Krümmel  und  Brunsbüttel  der  beiden  Energiekonzerne  Vattenfall und E.ON gehören zu den störanfälligsten Reaktoren. Selbst bei Stillstand reißen die Pannenserien nicht ab. Die Fraktion DIE LINKE fordert deshalb nach wie vor die sofortige und endgültige Stilllegung dieser Schrottreaktoren, ohne dass deren Laufzeiten nach den Regeln des „Atomkonsens“ auf andere Atomkraftwerke übertragen werden
dürfen.
Die  CDU/GAL-Koalition  hat  den  Stilllegungsantrag  der  Fraktion  DIE  LINKE  im  September 2009 (Drs. 19/3884) zum AKW Krümmel abgelehnt und wollte trotz mehr als 300 Störfällen immer noch prüfen, ob überhaupt Zweifel am sicheren Betrieb bestehen.  Diese  Prüfung  dürfte  mehr  als  sieben  Monate  später  abgeschlossen  sein.  Wir erwarten,  dass  der  Senat  die  Beschlüsse  der  Bürgerschaft  ernst  nimmt  und  zeitnah umsetzt.  Deshalb  muss der  Senat  endlich zum  weiteren  Betrieb des  AKW  Krümmel Stellung nehmen und deutlich machen, ob er sich im stark abgeschwächten Sinne des schwarz- grünen Zusatzantrags vom 1. September 2009 (Drs. 19/3990) zur Stilllegung von Krümmel bekennen möchte oder nicht.

Am  24.  April  2010  findet  die  Menschenkette  „Kettenreaktion“  zwischen  den  AKWs Krümmel und Brunsbüttel quer durch Hamburg statt, zu der neben Umweltverbänden, Gewerkschaften,  SPD,  Partei  und  Fraktion  DIE  LINKE  auch  die  GAL  aufruft.  Dies bietet  dem  Senat  Gelegenheit,  wenigstens  den  von  Schwarz-Grün  beschlossenen unzureichenden Berichtspflichten endlich nachzukommen.

Die Bürgerschaft möge daher beschließen:
Der Senat wird aufgefordert,
der Hamburgischen Bürgerschaft bis zum 31. Mai 2010 entsprechend dem am 2. September 2009 angenommenen Zusatzantrag „Atomkraftwerk Krümmel endgültig stilllegen“ (Drs. 19/3990) Bericht zu erstatten,
1.    ob  nach  Ansicht  des  Senats  Zweifel  am  weiteren  sicheren  Betrieb  des  AKW Krümmel bestehen oder nicht,
2.    inwieweit bei den zuständigen Stellen erwirkt wurde, die Ereignisse und Versäumnisse im AKW Krümmel genau zu prüfen, 
3.    was die genaue Aufarbeitung des Zwischenfalles im AKW Krümmel am 04. Juli 2009 ergeben hat,
4.    ob  der  Senat  auch  eine  genaue  Aufarbeitung  des  erneuten  Störfalls  im  AKW Krümmel am 12. März 2010 vornehmen und die Ergebnisse mitteilen will,
5.    was der Senat mit Blick auf den Störfall im weitgehend baugleichen AKW Brunsbüttel vom 25. März 2010 unternommen hat,
6.    ob  der  Senat  Maßnahmen  in  Erwägung  gezogen  hat,  die  zu  einer  dauerhaften Stilllegung der AKWs Krümmel und Brunsbüttel führen könnten.

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Beschluss: Ablehnung; am 22.04.2010 mehrheitlich mit den Stimmen der CDU und GAL gegen die Stimmen der SPD und LINKEN