Der Gerhard-Hauptmann-Platz war voll von jungen Menschen. Anlass war ein Schulstreik. Die BILD-Zeitung hatte getitelt: Wer steckt dahinter? Dora Heyenn überbrachte die solidarischen Grüße der Ininitiative Eine Schule für alle. Sie gab die Antwort: "Die Schülerinnen und Schüler aus Hamburg stecken hinter dem Schulstreik."
Und der ist überfällig. Statt Solidarität ist Konkurrenz in die Schulen eingezogen.
Die Schülerinnen und Schüler haben die Nase voll. Die Klassen sind zu groß, der Leistungsdruck zieht sich von der Grundschule bis zum Abitur nach 12 Jahren durch das Schulsystem. Soziale Ausgrenzung und Gebühren führen zu Ungerechtigkeiten und schlechten Ergebnissen im internationalen Vergleich.
Auffällig war dann auch, dass viele Demonstrationsteilnehmer Aufkleber mit dem Text "Reiche Eltern für Alle" auf dem Rücken trugen. Einige Teilnehmer berichteten, dass LehrerInnen ihren Klassen verboten hätten an der Demo teilzunehmen. Dazu Dora Heyenn:" Die brauchen Nachhilfeunterricht in Sachen Demokratie."
Sie verwies auf den regelmäßig verliehenen Bertini-Preis. In diesem Wettbewerb soll jungen Menschen Mut zu mehr Zivilcourage und Widerstand gegen Ungerechtigkeiten, Menschenrechtsverletzungen und Freiheitsbeschränkungen gemacht werden.
"Wer Preise für Zivilcourage auslobt darf nicht Repressalien ausüben, wenn Schüler zum Mittel des Streiks greifen."
Es ist ein elementares demokratisches Recht im Rahmen von Versammlungsfreiheit seinen Protest auszudrücken. Welche anderen Möglichkeiten haben Schülerinnen und Schüler. Die Mitbestimmungsrechte sind auf die Organisation von Halloween-Parties und der Teilnahme auf den Tag der Offenen Tür reduziert worden.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass Christa Goetsch mit Lehrern, Eltern und Schülern gemeinsam gegen die Bedingungen an den Hamburger Schulen gestreikt hat. Daran hätte sie sich erinnern sollen bevor sie jetzt Verbote und Unterdrückungsmaßnahmen verkündete.
Dazu Dora Heyenn:" Wir können froh sein, dass die Schülerinnen und Schüler im Hamburger Bildungssystem ihre Kritikfähigkeit nicht verloren haben und wenn nötig auf die Straße gehen. Bildung ist demokratisch!"![]()