21. April 2010

Solare Energie für Hamburg! Soziale und ökologische Energiewende einleiten!

BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 19/5981
19. Wahlperiode
21.04.10
 
Antrag
der Abgeordneten Dora Heyenn, Norbert Hackbusch, Christiane Schneider, Kersten Artus, Elisabeth Baum, Dr. Joachim Bischoff, Wolfgang Joithe-von  
Krosigk, Mehmet YiIdiz (Fraktion DIE LINKE)
zur Drs. 19/5852

Betr.: Solare Energie für Hamburg! Soziale und ökologische Energiewende einleiten!

Die Zukunft der Energieversorgung liegt in den erneuerbaren Energien, Hamburg ist derzeit  aber noch weit  davon  entfernt, seine  Potenziale  auszuschöpfen.  So  liegt  die Stadt beispielsweise bei der Nutzung des Photovoltaik-Stroms an vorletzter Stelle der Bundesländer. Zur  Förderung  der  sozialen  und  ökologischen  Energiewende  ohne  Konzerne,  zum Aufbau  eines  eigenen  Wirtschaftszweiges  „Erneuerbare  Energien“  und  zur  Erweiterung des wissenschaftlichen Know-hows sind starke öffentliche Investitionen und eine aktive  Förderpolitik  unerlässlich.  Ein  Solardachkataster  kann  ein  sinnvoller  erster Schritt  sein,  darf  sich  nur  nicht  in  einem  reinen  Kundenprogramm  für  private  Unternehmen erschöpfen. Bei öffentlichen Gebäuden muss eine optimale Nutzung erneuerbarer Energien das Ziel sein. Grundsätzlich  ist  die  Installation  von  Solarthermieanlagen  und  Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) möglich. Die Eignung ist aber auch nicht für beide Anlagentypen gleich. Daher muss ein zu errichtendes Solardachkataster nicht nur eine Entscheidungshilfe für die Installation von PV-Anlagen sein, sondern darüber hinaus auch geeignet sein, eine Entscheidungshilfe für die Installation einer Solarthermieanlage oder für die Kombination beider Anlagentypen zu liefern. Die Fraktion DIE LINKE fordert daher im Gegensatz zur CDU- und GAL-Fraktion mehr als einen einfachen Prüfauftrag, nämlich die Einführung eines Solardachkatasters, das den größtmöglichen Beitrag zur Energiewende leistet. Hamburg kann mit einem derart geeigneten  Solardachkataster  durch  die  Unterstützung  einer  dezentralen  Energieerzeugung  mit  vielen  Einzelproduzenten  ein  Zeichen  gegen  die  Energiekonzerne  Vattenfall und E.ON und ihr Festhalten an Atom- und Kohleenergie setzen. Am 31. Mai 2010 beginnt die 32. UN-Klimakonferenz in Bonn. Bis zu diesem Zeitpunkt soll der Senat der Bürgerschaft über die ergriffenen Maßnahmen Bericht erstatten. Die Bürgerschaft möge daher beschließen: Der Senat wird aufgefordert, 1.    ein Solardachkataster in Hamburg einzuführen unter der Maßgabe, dass es nicht nur Entscheidungshilfe für die Installation von Photovoltaikanlagen, sondern auch für die Installation von SoIarthermieanlagen liefert, 2.    Maßnahmen  zu  ergreifen,  um  für  alle  Neubauten  und  bei  Sanierungen  von Gebäuden in öffentlicher Hand sicherzustellen, dass eine optimale Nutzung von solaren Anlagen gewährleistet ist,  3.    Maßnahmen  zu  ergreifen,  beispielsweise  durch  eigene  Förderprogramme,  aber auch  durch  Gesetzesänderungen  auf  Bundesebene,  dass  die  Kosten  für  solare Anlagen nicht zu Mietsteigerungen führen können, 4.    der Bürgerschaft bis zum 31. Mai 2010 Bericht zu erstatten.

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Beschluss: Überweisung an Umweltausschuss; am 21.04.2010 (auf Antrag der SPD-Fraktion)