In Hamburg hatten am 17. Juni bis zu 14000 SchülerInnen und Studierende an der großen Demonstration teilgenommen! An den Schulen gibt es zu große Klassen und die Verkürzung zur Erlangung der Hochschulreife auf 12 Jahre setzt die Schülerinnen und Schüler unter einen nie da gewesenen Druck.
Allen Versprechungen zum Trotz wird der Zusammenhang zwischen Schulerfolg und der sozialen Herkunft der Eltern verstärkt. Auch in Hamburg. Ob die geplante Schulreform daran etwas ändert, ist zumindest fraglich. Der Übergang von der Schule zum Beruf ist in den letzten Jahren zunehmend ein Problem geworden: Die Zahl der Jugendlichen in den so genannten Warteschleifen ist beständig gestiegen. In diesem Jahr ist zu erwarten, dass noch mehr Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz bleiben. Das ist nicht hinnehmbar. Investitionen in Bildung müssen auch hier ansetzen.
In der Hochschule hat der Bologna-Prozess für tiefgreifende Umwälzungen gesorgt. Er sollte die EU zum wettbewerbsfähigsten, wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt machen und entpuppte sich als Schritt zum umfassenden Bildungsabbau. Vor Einführung des Bachelor-/ Mastersystems brach jede/r fünfte Studierende das Studium ab; heute jede/r Dritte.
Die jungen Menschen wehren sich dagegen, dass in allen Bereichen ein solidarisches und wissenschaftliches Lernklima nicht mehr möglich ist. Der Konkurrenzdruck beginnt in der Grundschule und endet im Studium. Durch prekäre Arbeitsbedingungen und Wartezeiten für den Eintritt in den Beruf verliert eine ganze Generation ihre Zukunftsperspektive.
Die Forderungen der Bildungsstreikenden decken sich weitestgehend mit denen der LINKEN.
Forderungen und Selbstverständnis der Schüler/innen zum Bildungsstreik 2009:
* Die Situation an den Schulen ist miserabel, viel zu große Klassen, soziale Selektion und wachsender Leistungsdruck machen Schule zu einer verhassten Pflichtveranstaltung.
* Im November 2008 gingen bundesweit über 100.000 Schüler_innen für eine ganz andere, bessere Bildung auf die Straßen. Seitdem hat sich im Bildungssystem jedoch noch nichts verändert! Deshalb wird unser Protest auch 2009 weitergehen!
* Wir sind eine freie, unabhängige und überparteiliche Bewegung, welche sich die grundlegende Veränderung des maroden Bildungssystems zum Ziel gesetzt hat. Wir setzen uns zusammen aus lokalen Bündnissen, welche sich bundesweit koordinieren.
* Wir solidarisieren und Vernetzen uns mit Schüler_innen, Studierenden, Auszubildenden, Lehrer_innen, Eltern und allen anderen Bewegungen, die sich für eine bessere Bildung einsetzen!
Forderungen:
* Eine Schule für Alle – Weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem
* Kostenlose Bildung für Alle
* Mehr Lehrer_innen, kleinere Klassen
* Beendet den Einfluss der Wirtschaft auf die Schulen!
* Gegen Schulzeitverkürzung! Wie dem G8-Abitur!
* Schluss mit Repressionen gegen Schüler und Schülerinnen
* Für eine Demokratisierung des Bildungssystems!