Rede Chrsitiane Schneider
- es gilt das gesprochene Wort
(...) Ihnen, Frau Senatorin, möchte ich zurufen: „Traut nicht dem Pferde, Trojaner! Was immer es ist, ich fürcht’ die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen.“ Sie wissen vielleicht, wie die Sache mit dem Danaergeschenk ausging. Troja fiel.
Ich fürchte, das „Positionspapier der CDU Hamburg zur Strukturreform“ ist genau ein solches Danaergeschenk. Weithin wurde dieses Papier dahingehend interpretiert, dass es die massive Kritik aus den Reihen der CDU zum Schweigen bringt und die von Ihnen eingeleitete Schulreform unterstützt. Tatsächlich unterminiert es die Ansätze dieser Reform, bevor sie auch nur annähernd umgesetzt werden konnten.
Zwar trägt die CDU in ihrer Positionsbestimmung zunächst einmal den großen Problemen Rechnung, wenn etwa davon zum Beispiel die Rede ist, dass die soziale Herkunft zu sehr den schulischen Erfolg bestimmt, wenn vom hohen Anteil sogenannter „Risikoschüler“ die Rede ist oder von den Brüchen in der Lernentwicklung in der 5. und 6. Jahrgangsstufe. Das überrascht auf den ersten Blick, ist es doch ein Eingeständnis, dass das herrschende Schulsystem versagt hat, ein Schulsystem, das eine Kultur der Selektion und der Defizitorientierung pflegt, die Außenseiter produziert.<//font>
Aber - welche Schlussfolgerungen zieht die CDU? Und wie passen sie mit dem zusammen, was die Schulsenatorin will? Dazu drei Punkte:
Der Kerngedanke der Primarschule ist, ich sagte es, das längere gemeinsame Lernen. In heterogen Klassen, in denen die Kinder und Jugendlichen voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.
Sie dagegen von der CDU wollen eine äußere Differenzierung in „homogene“ Lerngruppen und höhere und schwächere Leistungsniveaus. Das teilt die Kinder wieder in „Schlaue“ und „Doofe“ spätestens ab Klasse 4 in den drei Hauptfächern. Die Verlierer des Konkurrenzkampfes, den Sie damit anheizen, sind dieselben, die im dreigliedrigen Schulsystem so wenig Chancen haben.
Sie von der CDU argumentieren nicht vom Standpunkt der Entwicklung aller Kinder – wie sie eben durch längeres gemeinsames Lernen am besten gefördert wird. Sie argumentieren von Standpunkt überkommener Privilegien, die Sie mit Zähnen und Klauen und mit List und Tücke verteidigen.
DIE LINKE wird Sie, Frau Senatorin, darin unterstützen, dass die sechsjährige Grundschule zum Einstieg in längeres gemeinsames Lernen wird. Das bedeutet: