BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 19/3365
19. Wahlperiode 30.06.09
Schriftliche Kleine Anfrage der Abgeordneten Kersten Artus (Fraktion DIE LINKE) vom 24.06.09
und Antwort des Senats
Betr.: Gravierende Probleme im UKE (III)
Der Vorstandsvorsitzende des UKE, Herr Professor Dr. Jörg F. Debatin, wurde nun bereits dreimal beim Wissenschaftsausschuss vorstellig (14. Mai, 29. Mai, 18. Juni 2009) und berichtete zusammen mit diversen Fachleuten aus dem UKE für den Senat über die Maßnahmen und erfolgten Veränderungen, die durch einen Brief der ärztlichen Direktoren und Direktorinnen in Angriff genommen wurden (Zentrale Notaufnahme, Sterilprozesse, OP-Prozesse, Bettenmanagement, Intensivpflege). Die Berichte schwankten zwischen sachlichen Auskünften, Detailverliebtheit und allgemeinen Aussagen. Proto-kolle über Arbeitsergebnisse der im UKE eingerichteten Arbeits- und Arbeits-untergruppen wurden den Abgeordneten nicht vorgelegt.
Ein in den Medien geschilderter Fall über die Behandlungsumstände an einen an Lungenkrebs erkrankten, im UKE interdisziplinär behandelten und am 22. April 2009 verstorbenen Patienten hatte unmittelbar vor der Sitzung des Wissenschaftsausschusses große Besorgnis bei vielen Hamburgern und Hamburgerinnen und auch vieler Abgeordneter ausgelöst. Unter anderem wurde bekannt, wie der Mann an einem Stuhl festgebunden von Familienangehörigen aufgefunden wurde, dass ein schmerzender Katheter nicht durch das Personal entfernt wurde und dass seine Krankeninformationen über mehrere Stationen hinweg verteilt waren und zusammengesucht werden mussten. Außerdem soll der Patient durch eine schadhafte Blutwaschmaschine sehr viel Blut verloren und danach gestorben sein. Aufgrund der aufgehobenen Schweigepflicht berichteten Herr Professor Dr. Debatin und der behandelnde Chirurg Dr. Stefan Kluge sachlich und erläuternd ihre Sicht. Sie werteten aber auch, dass dieser Einzelfall nicht für weitere Rückschlüsse geeignet wäre, dass es kein Chaos gäbe und sie von einer schadhaften Blutwaschmaschine nichts wussten – obwohl sie betonten, dass sie die Krankenakte des Patienten gut kennen würden. Der Fall wird vor die Schlichtungsstelle der Ärztekammer kommen. Der Erfahrung nach wird es erst in einigen Monaten ein Ergebnis geben.
Ich frage nunmehr den Senat
Die Fragen des Abgeordneten und die Antworten des Senats finden Sie hier