6. Mai 2009

Schweinegrippe – das Virus kennt keine Grenzen

BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 19/3014
19. Wahlperiode 06.05.09

Schriftliche Kleine Anfrage der Abgeordneten Kersten Artus (Fraktion DIE LINKE) vom 06.05.09

Betr.: Schweinegrippe – das Virus kennt keine Grenzen

Das neuartige Virus, das die Schweinegrippe, auch Mexikogrippe oder neue Grippe genannt, verursacht, hält zurzeit die Menschheit weltweit in Atem. Scheinbar verläuft die Krankheit harmloser als gedacht. Dennoch wird von Experten und Expertinnen noch keine Entwarnung gegeben: Das Virus kann mutieren und sich dann erneut pandemisch ausbreiten.

In den Kleinen Anfragen mit den Drs. 19/2965 und 19/2964 werden die Maßnahmen rund um die Hamburger Situation abgefragt. Es werden internationale, wesentlich wichtigere und dramatischere Aspekte durch diese deutsch- und hamburgzentrierte Sicht ausgespart – das Virus kennt aber keine Grenzen.

Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Es ist immer auch eine soziale Frage, wie schwer eine Krankheit verläuft und wie groß die Ansteckungsrisiken sind. Warum sind bislang überwiegend Menschen in Mexiko an der neuen Grippe erkrankt? Dass so viele gestorben sind, beantwortet der Leiter der Immunologie-Abteilung einer teuren mexikanischen Pri-vatklink, habe mit der sozialen Ungleichheit zu tun. „Es sterben vor allem die Benachteiligten.“ Mexiko habe perfekte Bedingungen für eine Ausbreitung: Umweltverschmutzung, schlechte Ernährung, 40 Prozent Armut, Gedränge, Bürokratie, Desorganisation („Süddeutsche Zeitung“ vom 2./3.5.2009).

Des Weiteren sind sich Experten und Expertinnen seit Längerem einig, dass vier Faktoren dafür verantwortlich sind, dass der Ausbruch einer weltweiten, gefährlichen Grippeepidemie bevorsteht: 1) Die Massentierhaltung, die den althergebrachten Schweinestall in eine „Exkrementenhölle“ verwandelt hat, in der sich Krankheitserreger rasend schnell ausbreiten. 2) Die industrielle Revolution im südlichen China, insbesondere die Provinz Guangdong, die sich zu einem Epizentrum der Influenzaevolution entwickelt – insbesondere für das der Vogelgrippe. 3) Die Entstehung von Superslums, die noch nie da gewesene Brutstätten neuer und wieder aufkeimender Krankheiten darstellen. 4) Das Fehlen eines internationalen Gesundheitssystems vor allem in den Staaten des globalen Südens. Es wird zudem zunehmend darauf gesetzt, dass die Mechanismen des Marktes die Aufgaben der staatlichen Gesundheitsvorsorge übernehmen.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

Die Fragen des Abgeordneten und die Antworten des Senats finden Sie hier