Noch nie standen die Chancen so gut, die Gentechnik endgültig von unseren Äckern und Tellern zu verbannen. Anfang der Woche verbot Landwirtschaftsministerin Aigner den Anbau von Genmais in Deutschland und gab damit dem Drängen von Landwirten, VerbraucherInnen und Umweltschützern nach. Mehr als je zuvor lehnt die Mehrheit der deutschen VerbraucherInnen Genfood ab und möchte sich nicht von Chemiekonzernen diktieren lassen, was auf den Teller kommt.
Auch in Hamburg formierte sich Anfang des Jahres eine Initiative gentechnikfreies Hamburg. Die LINKE unterstützt deren Forderung, dass auf städtischen Flächen keine Gen-Pflanzen angebaut werden und in städtischen Einrichtungen oder Betrieben – Kantinen, Kindergärten, Schulen – keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel eingesetzt werden. Zwei Anfragen an den Hamburger Senat haben vor allem eines gezeigt: So richtig kontrolliert wird in Hamburg kaum, ob nicht doch jemand heimlich Gentechnik importiert oder im Restaurant serviert.
Jetzt haben bereits sechs EU-Länder den Anbau von Genmais verboten, fast der gesamte Lebensmittelhandel in Europa garantiert gentechnikfreie Waren, beinahe 200 Städte und Gemeinden in Hamburg haben sich bereits gentechnikfrei erklärt, selbst München verbietet seit 10 Jahren den Anbau von Genpflanzen auf städtischen Flächen. Nur der schwarz-grüne Senat in Hamburg mauert beharrlich und muss sich jetzt von einer CSU Ministerin zeigen lassen, dass es nur ein wenig politischen Willen braucht, um die Gentechnik zu verbieten.
Denn weder Landwirte noch VerbraucherInnen in Deutschland haben auch nur den geringsten Nutzen von den Genpflanzen. Alle bislang angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen dienen einzig und allein den Interessen der Agrarindustrie. Pflanzen, die gegen Pestizide resistent sind, oder eigene Pestizide produzieren, haben keinen Verbrauchernutzen, sondern bergen im Gegenteil ökonomische, ökologische und gesundheitliche Risiken. Eine deutliche Mehrheit der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher steht deshalb nach wie vor Gen-Food kritisch gegenüber.
Einmal in die Umwelt freigesetzt, sind Gen-Pflanzen nicht mehr rückholbar. Sie stellen eine Gefahr für das ökologische Gleichgewicht und die menschliche Gesundheit dar. Der großflächige Anbau von Gen-Pflanzen in Nordamerika und Argentinien macht dies drastisch deutlich: höherer Pestizidverbrauch, Entstehung von Superunkräutern, Schädigung von Nützlingen, Verdrängung traditioneller Pflanzenarten und damit die Gefährdung unserer Artenvielfalt.
Auch für die Länder des Südens stellt die Gentechnik eher eine Gefahr dar, und keine Lösung für die Nahrungsmittelkrise. Der kürzlich verabschiedete Weltagrarbericht sieht in der Gentechnik keine Lösung für den Hunger, und gerade in Zeiten des Klimawandels sind gentechnisch veränderte Pflanzen weniger geeignet, drastischen Klimaschwankungen zu widerstehen als zum Beispiel auf Diversität beruhende Anbausysteme.
Deshalb setzt sich die LINKE in Hamburg, Deutschland und Europa ein Verbot aller gentechnisch veränderter Pflanzen, ihres Anbaus und ihres Importes ein. Der nächste Schritt: die Bundesregierung muss auch bei der nächsten Abstimmung in Europa klar gegen die Gentechnik stimmen. Schon bald wird darüber entschieden werden, ob genmanipulierter Reis nach Europa eingeführt werden darf. Hier http://www.greenpeace.org/rice eine Mitmachaktion, die gerade in ganz Europa dagegen läuft.
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