30. November 2010

Der hat Hamburg gerade noch gefehlt …

Pressebild der Rosenbauer AG des neuen WAWE 10000 der Bundespolizei Deutschland

Als erstes Bundesland wird Hamburg mit dem neuen Wasserwerfer WaWe 10000 COBRA ausgestattet. „Die Fahrzeuge der ,Mammut’-Generation sind gefährliche Waffen mit potentiell tödlicher Wirkung“, schrieb der Spiegel bereits über den Vorgänger. Als „panzerartiges Monstrum“ bezeichnet auto-t-online das zehn Meter lange, vier Meter hohe, 31 Tonnen schwere und 400 PS starke Ungetüm, das 3.300 l Wasser pro Minute verschießen kann.

Der Bund, der die Bundespolizei und die Bereitschaftspolizeien der Länder bis 2019 mit 78 WaWe 10000 ausrüstet, lässt sich das pro Stück 900.000 Euro kosten (Stand Dezember 2009). Während bei den Armen rücksichtslos zusammengestrichen wird, ist für eine unverantwortliche Aufrüstung der Polizei offensichtlich Geld im Überfluss vorhanden. Denn unverantwortlich ist die Aufrüstung mit dem WaWe 10.000. Die Hamburger Innenbehörde, die die neue gefährliche Polizeiwaffe noch in diesem Jahr in Gebrauch nehmen will, setzt sich über die hohen Verletzungsgefahren kaltblütig hinweg.

Jüngst erst hatte ein Wasserwerfer älteren Typs im Stuttgarter Schlossgarten mehrere Menschen verletzt. Einer der Verletzten, ein Rentner, wird Zeit seines Lebens schwer behindert bleiben. Der neue WaWe kann mit dem Vollstrahl ein Auto wegschieben oder mit dem Wasserschlauch „problemlos eine Fensterscheibe zerschießen“, wie der Berliner Feuerwehrsprecher bekundete. Auto-t-online (28.11.10) zitiert einen Polizeibeamten, „dass schwere, im Unglücksfall auch tödliche Verletzungen einzelner Störer nie ausgeschlossen werden können“.

Und dieses gefährliche Monstrum soll zukünftig gegen Demonstrationen oder beim Schanzenfest zum Einsatz kommen! Ganz abgesehen von dem Verletzungsrisiko – schon der Anblick des Ungetüms eignet sich zur Einschüchterung. Mit dem WaWe 10.000 rüstet die Innenbehörde gegen das Demonstrationsrecht ein weiteres Mal auf. Es ist an der Zeit, die Eskalation endlich zu beenden.