Endlich hat das unwürdige Theater der Verhandlungen um einen Kompromiss, von dem keiner wusste wie er aussehen sollte, ein Ende gefunden. Warum wurde eigentlich so lange verhandelt obwohl doch klar war, dass eine verpflichtende und flächendeckende Einführung der Primarschule für die Initiative „Wir wollen lernen“ nicht in Frage kommt.
Herr Scheuerl hat freudig die ihm gebotene Plattform genutzt um sich zu öffentlich zu profilieren. Das alles geschah auf Kosten der Hamburger Kinder und Eltern.
Es ist an der Zeit, dass die Hamburgerinnen und Hamburger entscheiden, ob unser Schulsystem verändert wird oder nicht. Ich bin zuversichtlich, dass sich der Gedanke des längeren gemeinsamen Lernens durchsetzen wird. Wir begrüßen, dass die schwarz-grüne Regierung deutlich gemacht hat, dass Bildungsgerechtigkeit ihr wichtiger ist, als ein zweifelhafter Schulfrieden. Wir begrüßen auch, dass auf diesem Umweg die Qualität der Schule stärker in den Fokus genommen wird.DIE LINKE hat immer gefordert, dass es kleinere Klassen, mehr LehrerInnen und bessere Schulen geben muss.
Gleich nach der offiziellen Bekanntgabe des Scheiterns der Verhandlungen haben CDU und GAL zwei Änderungsanträge zum Schulgesetz vorgelegt, die am 24. Februar in der Bürgerschaft zur Abstimmung gestellt werden. Erwartungsgemäß handelt es sich dabei um die Einführung des Elternwahlrechts nach Klasse 6 und die prozessbegleitende Qualitätssicherung.
DIE LINKE wird in der nächsten Woche mit CDU und GAL und SPD über diese Vorlage diskutieren. Auf jeden Fall werden wir das Angebot des Senats, sich an den Gesprächen zur Vorbereitung des Volksentscheids zu beteiligen, annehmen.
Unser Ziel ist nach wie vor die Schule für alle bis Klasse 10. In der Bürgerschaft haben wir immer klar gemacht, dass uns der schwarz-grüne Kompromiss nicht weit genug geht und wir eine Aufteilung nach Klasse 6 genauso ablehnen wie nach Klasse 4. Dennoch haben wir immer deutlich gemacht, dass die 6 jährige Primarschule für uns ein kleiner Schritt in die richtige Richtung darstellt und haben dem Teil der Schulreform auch ausdrücklich zugestimmt.
Die Gegenreaktion in Gestalt der Initiative „Wir wollen lernen“ war so emotional und kam mit solcher Wucht, dass deutlich wurde, schon diese kleine Reform verursachte einen wahren Schulklassenkampf. So verhielten sich Herr Scheuerl und seine Truppe auch die ganze Zeit. Damit dürfen sie nicht durchkommen.
DIE LINKE wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass der Volksentscheid scheitert und der Weg für längeres gemeinsames Lernen geebnet wird.