BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 19/7059
19. Wahlperiode 24.08.10
Antrag
der Abgeordneten Kersten Artus, Christiane Schneider, Elisabeth Baum, Dr. Joachim Bischoff, Norbert Hackbusch, Dora Heyenn, Wolfgang Joithe-von
Krosigk, Mehmet Yildiz (Fraktion DIE LINKE) zur Drs. 19/6670
Betr.: Bessere Ausstattung für die Sucht- und Drogenarbeit, Schwerpunkt Glücksspiel
Jeder zehnte Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, etwa 10 Prozent aller Jugendlichen, nimmt regelmäßig mehrmals im Monat an Glücksspiel um Geld teil. Vorwiegend sind dies männliche Jugendliche. Unter ihnen sind zudem der Anteil an Migranten und der Anteil an Berufsschülern überproportional hoch. Der Betroffenenkreis gibt bis zu einem Drittel seines frei verfügbaren Einkommens – 52 Euro monatlich im Durchschnitt– für Glücksspiele aus. Dies ist bei den 14- und 15-Jährigen oft die Hälfte ihres Taschengeldes.
Das Hamburger Suchthilfesystem benötigt dringend eine Ausweitung seiner Kapazitäten, um einen schnelleren Zugang zum Hilfesystem zu ermöglichen. Damit könnten der Einstieg in die Sucht verhindert und die Dauer der Abhängigkeit verkürzt werden. Insbesondere ist es erforderlich, vor Ort präsent zu sein – in Schulen, insbesondere Berufsschulen.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird aufgefordert,
1. die Hamburger Landesstelle für Suchtgefahren zu beauftragen, die vorhandenen Materialien, Onlineangebote und Schulungen für die betriebliche Suchtprävention für die Zielgruppe der Auszubildenden und jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu aktualisieren und entsprechende Mittel hierfür zur Verfügung zu stellen.
2. zur schnellen Intervention das Hamburger Suchthilfesystem für die Arbeit mit Glücksspielabhängigen um zunächst zwei Vollzeitstellen aufzustocken mit der Zielsetzung, in Berufsschulen Aufklärungsarbeit zu betreiben und dort auch beratend zur Verfügung zu stehen.
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Antrag am 25. August mit der Mehrheit von CDU und GAL abgelehnt