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25. November 2009 Fraktion, Kersten Artus, Gesundheit, Arbeitswelt, Vorgang abgeschlossen

Leiharbeit bei Asklepios

BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG

Drucksache 19/4704
19. Wahlperiode
25.11.09
 
Antrag
der Abgeordneten Kersten Artus, Elisabeth Baum, Dora Heyenn, Christiane Schneider, Norbert Hackbusch, Dr. Joachim Bischoff, Wolfgang Joithe-von Krosigk, Mehmet Yildiz (Fraktion DIE LINKE)

Betr.: Leiharbeit bei Asklepios


Krankenhäuser sind zwingend auf eingearbeitete Fachkräfte, ein gutes Arbeitsklima in der Belegschaft und geregelte Arbeitsabläufe angewiesen, um ihren Versorgungsauftrag zu gewährleisten. Der Wettbewerb unter den Kliniken und Klinikkonzernen hamburg- und bundesweit verschärft aber zunehmend den Fokus des Managements auf Kosten-senkungsmaßnahmen,  von  denen  insbesondere  das  Personal  betroffen  ist.
Maßnahmen  sind  unter  anderem  Ausgliederungen  von  Teilbereichen  der  Krankenhäuser und Leiharbeit.
In den privatisierten Kliniken des Landesbetriebs Krankenhäuser, LBK, heute Asklepios,  kommt  es  zu  einem  ständig  steigenden  Einsatz  von  Leiharbeitnehmerinnen  und -arbeitnehmern. Das Ausmaß ist teilweise so groß, dass die für Krankenhäuser gere-
gelten Abläufe nicht mehr gewährleistet sind und somit Risiken für Patienten und Patientinnen  entstehen  können.  Die  Beschäftigten erleben mittlerweile  eine  Zwei-Klassen-Gesellschaft, weil durch das Ausmaß der Leiharbeit und Ausgliederungen Mitbestimmung und Tarifverträge unterlaufen werden. Leiharbeit führt infolge zu schlechteren Kontrollmöglichkeiten in Bezug auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz und die Einhaltung von Gesetzen, zum Beispiel das Arbeitszeitgesetz.

Die Bürgerschaft stellt fest:
Leiharbeit sollte ursprünglich ein Instrument sein, um kurzfristige Engpässe zu beheben. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz wird zunehmend von den Betrieben missbraucht, um Vollzeitstellen abzubauen und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Die
Folgen  sind  eine  Deregulierung  von  Arbeitsverträgen  und  der  Mitbestimmung.  Die aktuelle Anwendung gefährdet vor allem in sensiblen Bereichen, zum Beispiel in Krankenhäusern, reibungslose Abläufe und die  medizinische  Versorgung  von  Menschen.
Sie gefährdet auch die Tarifsicherheit und die Mitbestimmungsrechte der Interessenvertretungen.

Die Bürgerschaft fordert den Senat auf,
1.   seinen Sitz im Aufsichtsrat bei Asklepios dafür zu verwenden, sich für einen angemessenen Einsatz von Leiharbeit einzusetzen und die Höhe auf maximal 3 Prozent im Jahresdurchschnitt zu begrenzen,
2.   sich für eine Sicherung der in den Kliniken geltenden Tarife auszusprechen.


Beschluss: Ablehnung; am 10.12.2009 mehrheitlich mit den Stimmen der CDU und GAL gegen die Stimmen der SPD und der Fraktion DIE LINKE