BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 19/6856
19. Wahlperiode
03.08.10
Schriftliche Kleine Anfrage
des Abgeordneten Wolfgang Joithe-von Krosigk (DIE LINKE) vom 27.07.10
Betr.: Mit Ganzkörperfoto auf die Luxusjacht – Servicekräfte für „Megajachten“ – gefördert mit Bildungsgutschein bei Hartz IV-Bezug?
Der TÜV NORD Technisches Schulungszentrum hat in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass er in seiner Yacht Crew Academy Servicekräfte für internationale „Megajachten“ qualifiziere. Die Nachfrage sei groß. Eine besondere Chance biete der Kurs auch für Arbeitsuchende, denn die Yacht Crew Academy könne mit einem Bildungsgutschein finanziert werden. Rainer Westerwelle, Geschäftsführer des TÜV NORD Schulungszentrums, wird mit den Worten zitiert: „Der direkte Jobeinstieg ist damit ebenfalls schon sicher. Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, der Vermittlungsagentur YMG Crew Agency, vermitteln wir die erfolgreichen Absolventen direkt in ihren Job auf einer Luxusyacht.“
Vier Monate lang würden die Telnehmer der Yacht Crew Academy intensiv theoretisch und praktisch geschult. Die Ausbildung finde in Hamburg und an der Ostsee statt. Im fünften Monat gehe es dann schon zum Praktikum ins Mittelmeer und übergangslos in den ersten Job. Die Yacht Crew Academy schließe ab mit dem TÜV-Zertifikat Deckhand beziehungsweise TÜV-Zertifikat Steward/-ess, der international anerkannten Bescheinigung zum Basic Safety Training, dem Rettungsschwimmer-Abzeichen und dem Sportbootführerschein See.
Eine besondere Chance böte die Yacht Crew Academy für Arbeitssuchende, da die Qualifizierung durch einen Kostenträger wie die Agentur für Arbeit oder ARGE übernommen werden könne.
Eine Internetrecherche bei der Vermittlungsagentur „YMG Crew Agency“ hat ergeben, dass unter dem 05.07.2010 zuletzt eine offene Stelle für eine Stewardess angeboten wurde, die einen entsprechenden Lebenslauf mit Referenzen und einem „Ganzkörperfoto“ an die Agentur übersenden solle. Die Wochenzeitschrift „Die Zeit“ hat in ihrer Ausgabe Nummer 30 vom 22.07.2010 ausgeführt: „Doch was nach Urlaub klingt, ist ein Knochenjob: kochen, Deck putzen, Zimmerservice – rund um die Uhr“.
Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:
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