“23+ starke Schulen”: Ohne Evaluation und 
Sachverstand

In Hamburg entscheidet weiterhin die Postleitzahl über den Bildungserfolg, auch die Inklusion wird massiv nach Stadtteilen und Schulformen sortiert umgesetzt. „Das vom Schulsenator heute so gelobte Konzept ,23+Starke Schulen‘ gibt auf diese alarmierende Ungerechtigkeit keine glaubwürdige und nachhaltige Antwort“, erklärt Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Die vom Senat versprochene Förderung sozial benachteiligter Schüler_innen ist lediglich ein schlecht finanzierter Flickenteppich von etlichen Einzelmaßnahmen, ohne dass die eigentlichen Probleme zielgerichtet angegangen werden.“ Das belegten zuletzt auch die Anfragen 21/8528, 21/6228 und 21/6091 der Fraktion DIE LINKE. Auch die selbst angekündigte Evaluation dieser Maßnahmen im Einzelnen bleibt der Senat schuldig. „Stattdessen weite Rabe das unzureichende Programm einfach auf einige zusätzliche Schulen aus, ohne genau verifizieren zu können, was jede einzelne Schule wirklich braucht“, kritisiert Boeddinghaus.

„Die Schulen in so genannten schwierigen Lagen brauchen endlich eine strukturelle Verbesserung, also weit mehr zusätzliches Lehrpersonal und kleinere Klassen“, fordert Boeddinghaus. „Außerdem muss der Senator dafür sorgen, dass es Anreize für hochmotivierte Lehrer_innen gibt, genau an diesen Schulen unterrichten zu wollen. Dazu gehört zwingend, dass deren Unterrichtsverpflichtung reduziert wird.“
Dezent verschwiegen hat der Senator in der Landespressekonferenz die Tatsache, dass die knappen Ressourcen für dieses Projekt aus anderen Schulbudgets umgeschichtet wurden. „So werden dann noch die Schulen gegeneinander ausgespielt“, erklärt Sabine Boeddinghaus. „So viel zum Rabe‘schen Schulfrieden.“