Alle Kinder dürfen schwimmen

Nachdem bekannt wurde, dass die Schulbehörde in einem internen Vermerk die Schulen angewiesen hatte, Kinder mit Epilepsie nicht am Schwimmunterricht teilnehmen zu lassen, wenn ihr Arzt nicht mit Bescheinigung garantieren könne, dass es zu keinem Anfall kommen wird, haben sich Kinderärzt_innen öffentlich entsetzt darüber geäußert und die Behörde aufgefordert, diese Anweisung unverzüglich zu revidieren. Auch Schulleiter_innen von Sonderschulen zeigen sich laut heutigem Bericht im „Hamburger Abendblatt“ über das Handeln der Behörde befremdet.

Das zeugt wieder einmal vom Unverständnis des Schulsenators darüber, was Inklusion eigentlich bedeutet“, erklärt Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Er versucht, den Anspruch auf barrierefreie und uneingeschränkte Teilnahme aller Kinder an allen schulischen Angeboten durch Exklusion zu konterkarieren. Gerade noch hat der Senat den zehnten Geburtstag der UN-Behindertenrechtskonvention gefeiert – Senator Rabe hat das offenbar verschlafen.“

DIE LINKE hat das aktuelle Schwimmkonzept immer wieder als pädagogisch unzureichend kritisiert, weil damit der Schwimmunterricht aus der Verantwortung der Schulen an Bäderland übertragen wurde. „Die Inklusion im Schwimmunterricht muss vollumfänglich realisiert werden, und zwar durch geschultes, gut bezahltes Personal in einer 1:1-Betreuung für diejenigen Kinder, die diese Begleitung brauchen“, so Boeddinghaus. „Der Senator muss endlich aktiv werden, damit wirklich alle Kinder, unabhängig von ihren jeweiligen Unterstützungsbedarfen, ausnahmslos am Schwimmunterricht teilnehmen können. Das ist nicht zu viel verlangt, das ist ein Menschenrecht!“