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Angemessene Förderung auch für geistig behinderte Kinder!

Eltern von Hamburger Sonderschulen – vertreten durch den Kreiselternrat und weitere vierzehn Elternverbände – fordern, Kindern mit einer geistigen Behinderung endlich ein schulisches Therapieangebot zu bieten. Bisher wird eine solche Förderung durch Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie nur Schüler_innen mit körperlich-motorischer Einschränkung gewährt, Kinder mit geistigen Einschränkungen werden nicht bedacht. Im Entwurf des Haushalts 2019/20 schreibt der Senat diese Ungleichbehandlung fort.

„Wir unterstützen das Anliegen der Sonderschul-Eltern. Der Haushaltsentwurf von Rot-Grün sieht erneut keine angemessene Förderung für Schüler_innen mit geistiger Einschränkung vor“, sagt Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „SPD und Grüne haben zwar einen Prüfauftrag für die Bürgerschaft zu einer solchen Förderung formuliert. Es ist aber zu befürchten, dass das Ergebnis zu Lasten der körperlich eingeschränkten Schüler_innen gehen wird.“

Vor drei Jahren hatte die SPD schon einmal versucht, die Förderung der geistig eingeschränkten Schüler_innen auf Kosten der körperlich eingeschränkten Schüler_innen durchzusetzen. „Es kann nicht sein, dass notwendige Förderung vorenthalten und eine Gruppe gegen die andere ausgespielt wird. Das wäre für eine so reiche Stadt wieder einmal beschämend“, meint Boeddinghaus. „Um alle Schüler_innen gleich welcher Einschränkung und welcher Schulform zu unterstützen, werden wir einen entsprechenden Antrag zum Haushalt 2019/20 einreichen.“