»Dil Leyla«: Film und Diskussion

»Dil Leyla« bedeutet »Leyla, mein Herz« – so nannte ihr Vater Leyla Îmret,  als sie noch ein Kind war. Als sie fünf Jahre alt ist, wird der Vater, ein prokurdischer Aktivist, bei einem Gefecht erschossen. Leyla wächst in Deutschland, in der Nähe von Bremen, auf, kehrt mit 26 Jahren aber in die Türkei zurück. In ihrer Heimatstadt Cizre zieht die junge Frau für die HDP ins Parlament ein, 2014 wird sie zur jüngsten Bürgermeisterin der Türkei gewählt. Leyla will die vom Bürgerkrieg zerstörte Kurdenhochburg an der Grenze zu Syrien und dem Irak wieder zu einem lebenswerten Ort machen. Doch dann kommt alles anders. 2015 klagt der türkische Staat Leyla wegen vermeintlicher Propaganda für eine Terrororganisation an und setzt die junge Bürgermeisterin ab. Als Leyla dem Richter vorgeführt werden soll, verlässt sie die Türkei und geht zurück nach Deutschland. Indes verschärft sich die Lage in ihrer Heimat:  2016 wird in Cizre, wie in so vielen kurdischen Städten in der Türkei, eine  Ausgangssperre verhängt. Die Folgen: Menschen können ihre Häuser nicht verlassen, Scharfschützen des türkischen Militärs beherrschen die Straßen, die Zivilbevölkerung flieht in die Keller. Cizre wird international bekannt durch schwere Menschenrechtsverletzungen und auch Massaker – mehr als hundert Menschen sterben.

Der Film „Dil Leyla” ist hochbrisant und politisch aktuell. Er erzählt die bewegende Geschichte von Leyla Îmret und ist dabei ein Abbild des Lebens und politischen Handelns von Kurd_innen in der Türkei, die heute mehr denn je strukturell unterdrückt werden. Die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft zeigt das Werk am 20. März um 18:30 Uhr im Kaisersaal des Hamburger Rathauses.

Im Anschluss an den Film werden unsere Abgeordneten Cansu Özdemir und Norbert Hackbusch mit dem Publikum diskutieren.

Die Veranstaltung ist barrierefrei erreichbar, der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zum Film gibt es hier.

Fotos: Essence Film