Entlassungen bei der Mopo: Kein Zukunftsmodell für guten Journalismus!

Wegen Umstrukturierungen sollen bei der Hamburger Morgenpost elf Arbeitsplätze wegfallen. Von Entlassungen betroffen sind Mitarbeiter in der Lokal- und Sportredaktion und in der Produktion, wie die Chefredaktion am Mittwoch mitteilte.

Dazu erklärt Stephan Jersch, medienpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: “Der Stellenabbau ist ein Tiefschlag für den Medienstandort Hamburg und muss ein Warnsignal für die Wirtschaftsbehörde sein. Doch deren Untätigkeit lässt nur den Schluss zu, dass ihr Medienvielfalt und Arbeitsplatzsicherheit nicht wichtig sind.“ Statt Personal zu entlassen, müsse der Medienkonzern DuMont unternehmerischen Mut beweisen: „Damit die Mopo in Zukunft bestehen kann, braucht es Investitionen statt Einsparungen, die noch dazu auf Kosten der Belegschaft gehen. Es ist dringend nötig, dass sich die Bürgerschaft mit diesem Thema beschäftigt.“ Die geplanten Entlassungen in der Sommerpause zu verkünden, habe zudem „ein Geschmäckle“, so Jersch weiter. „Einer offene Debatte um den Medienstandort Hamburg ist dies jedenfalls nicht zuträglich.”

Die Fraktionsvorsitzende Sabine Boeddinghaus ergänzt: „In einer Zeit, in der die soziale Spaltung in der Stadt immer größer wird, ist eine solide, kritische Lokalberichterstattung wichtiger denn je. Dafür müssen Journalisten jedoch unter fairen Bedingungen arbeiten können, ohne ständig um den eigenen Job bangen zu müssen. Der Kampf der Belegschaft um den Erhalt der Arbeitsplätze hat unsere volle Solidarität!“
Zaklin Nastic, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, fügt hinzu: „Die Ankündigung, dass die Entlassungen sozialverträglich ablaufen sollen, hilft keinem der Betroffenen, eine neue Stelle in der seit Jahren marginalisierten Presselandschaft zu finden. Diese Maßnahme als “Umbau” zu verkaufen ist mehr als zynisch!”