Fernbahnhof Altona: Informationen gefährden die Verlegung?

Die Hamburgische Bürgerschaft diskutiert heute über die Folgen der geplanten Schließung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona – konkret geht es dabei um die rund 2.600 Betriebe, Geschäfte und Einrichtungen, die sich im Umkreis von einem Kilometer befinden. Aus der Antwort auf eine Anfrage (Drs. 21/12195) der Fraktion DIE LINKE geht hervor, dass dem Senat hierzu keine aufbereiteten Daten vorliegen. Er weiß auch nicht, wie viele Reisende des Fern- und Regionalverkehrs den Busbahnhof nutzen.

„Der Senat weiß wenig und will auch nicht mehr wissen. Die Arbeitsplätze der 2.600 Betriebe interessieren ihn nicht”, sagt Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Der Senat akzeptiere, dass die Deutsche Bahn ihren Planfeststellungsbeschluss auf der Grundlage von veralteten Verkehrsuntersuchungen trifft, die teilweise zwanzig Jahre alt sind. Selbst auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung besteht der Senat nicht.

“Offenbar gibt es für den Senat nur ein Motto: Informationen gefährden die Bahnhofsverlegung!”, kritisiert Sudmann. Dazu passt, dass Bahnchef Richard Lutz erst vor wenigen Tagen erklärt hat, dass man das Projekt Stuttgart 21 mit heutigem Wissen nicht mehr bauen würde. “Das Desaster von Stuttgart 21 kann Hamburg erspart bleiben, wenn Senat und Bahn auf ihre Sandkastenspiele verzichten und mit echten Zahlen operieren. Dann geht kein Weg am Verbleib des Altonaer Bahnhofs vorbei.”

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