Anmelderunde: Schulsenator handelt weiter an den Problemen vorbei

  • 13. November 2018

Mit einer Werbekampagne und mehr technischen Informationen will Ties Rabe (SPD) die hohe Zahl so genannter Abschulungen drücken. Das verkündete der Schulsenator bei der heutigen Pressekonferenz zum Start der Anmelderunde für die 1. und 5. Klassen. „Das ist ganz schön dreist. Die Ursachen des Problems tastet Rabe weiterhin nicht an“, kritisiert Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Wann begreift der Schulsenator endlich grundlegende Erkenntnisse der Pädagogik? Man kann im Alter von zehn Jahren nicht prognostizieren, welche Abschlüsse Kinder zu erreichen im Stande sein werden. Was falsch ist und zur Abschulung führt sind nicht die Kinder, es ist ein falsches, auf soziale Spaltung angelegtes Schulsystem!“

Selbst Rabes Lösungsansatz einer besseren Beratung der Eltern helfe nicht weiter, da mindestens ein Drittel der abgeschulten Schüler_innen eine Gymnasialempfehlung hatte – daher sei die Werbekampagne eine Verschwendung von Mitteln, die bei den Stadtteilschulen besser angelegt wären. „Dass die Stadtteilschulen nicht genügend angewählt werden liegt daran, dass sie die großen gesellschaftlichen Herausforderungen nahezu alleine meistern müssen und dafür viel zu wenig Mittel bekommen“, so Boeddinghaus. „Der Senat sollte die wirklichen Bedarfe ermitteln und entsprechend handeln, das würde die Arbeit der Stadtteilschulen erleichtern und ihre Attraktivität bei manchen so genannten bildungsnahen Eltern erhöhen!“