Bedarfsgerechte Schulentwicklung sieht anders aus!

Die heute vorgelegte Schuljahresstatistik kommentiert Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Senator Rabe legt wieder einmal keine Schulentwicklungsplanung vor, die tatsächliche Bedarfe in der Stadt berücksichtigen würde und zudem nicht transparent entwickelt wurde. Die aktuellen Anmeldezahlen, die wirklich etwas über Dynamiken des Schulsystems aussagen würden, bleibt die Behörde schuldig“, so Boeddinghaus. Dass der Senat sich dafür lobe, bei steigenden Schüler_innenzahlen lediglich die Vorgaben des Schulgesetzes einzuhalten, sei zu wenig.

Die fehlende Akzeptanz und Unterstützung der Stadtteilschulen bleibe ein Problem: Bei einer fairen Verteilung aller schulischen Aufgaben dürften die Gymnasien nicht länger ausgenommen werden, etwa beim Übergang von den Vorbereitungsklassen ins Regelsystem. Auch die Quote der Schulabgänger_innen ohne Abschluss sei mit 5 % zu hoch, die Ausbildungsperspektiven gering. „Gerade bei den fehlenden Ausbildungsplätzen könnte der Senat als Arbeitgeber in seinen kommunalen Unternehmen mit gutem Beispiel voran gehen. Dass er dies noch immer nicht tut, ist und bleibt ein Armutszeugnis!“

Das Pilotprojekt zum Erwerb einer erzieherischen Ausbildung per neuem erweiterten ersten allgemeinbildenden Schulabschluss sieht Boeddinghaus skeptisch: Wie es sich in der Praxis auswirke, sei offen, eine laufende Anfrage soll hier Klarheit schaffen. Für Absolvent_innen des AVM-Dualbereichs müssten die sprachlichen Unterstützungsangebote in der beruflichen Ausbildung indes dringend ausgebaut werden.

Die hohe Nachfrage nach einer schulischer Ganztagsbetreuung zeige, wie hoch der Bedarf bei den Eltern sei. „Es ist gut, dass die Volksinitiative ‘Guter Ganztag’ für deutliche qualitative Verbesserungen gesorgt hat, die jetzt zügig und auf breiter Ebene umgesetzt werden müssen“, so Boeddinghaus.