„Beschämend und unverantwortlich“: In Hamburgs Schulen ist jedes vierte Angestelltenverhältnis befristet

Eine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft (Drs. 21/ 7919) zu Befristungen im Bildungswesen hat bedenkliche Zahlen zu Tage gefördert. „Über alle Schulformen hinweg reden wir von mehr als 1.600 Fällen“, sagt Sabine Boeddinghaus, Schulexpertin der Linksfraktion. „Das bedeutet, dass mehr als ein Viertel der Angestellten im Schuldienst einen befristeten Arbeitsplatz hat.“

Dass es sich dabei vor allem um Vertretungslehrer_innen handelt, ist nach Boeddinghaus’ Ansicht besonders bedenklich, denn genau diese seien seit Jahren immer stärker notwendig, um das Unterrichtsangebot überhaupt zu gewährleisten. „Sie sind dabei nicht weniger gefordert als festangestellte oder verbeamtete Lehrkräfte. Dennoch werden sie alljährlich pünktlich zu den Sommerferien bis zum Start des neuen Schuljahres in die Arbeitslosigkeit entlassen. Sie wie Arbeitskräfte zweiter Klasse zu behandeln, ist beschämend und unverantwortlich. Es schädigt ihre Erwerbsbiographien und ihre Altersversorgungsansprüche nachhaltig.“

Auch die Beschäftigungspolitik gegenüber den Kursleiter_innen an den Volkshochschulen kritisiert die Abgeordnete. Dort stehen sieben unbefristeten Kurslehrkräften insgesamt 1700 permanente Befristungen gegenüber. „Das ist haarsträubend und bedeutet rücksichtslose Ausbeutung“, meint Boeddinghaus. Angesichts der zahlreichen essentiellen Bildungsangebote, von der die ganze Stadtgesellschaft profitiere, müsse der Status der Kurslehrer_innen nachhaltig abgesichert und angemessen vergütet werden.