Hunderte Lehrer_innen-Stellen an Hamburgs Schulen unbesetzt

  • 10. August 2018

Nach Presseberichten sind zu Beginn des neuen Schuljahres noch 321 Lehrer_innen-Stellen in Hamburg unbesetzt. Die zuständige Behörde hält dies für einen normalen Vorgang. DIE LINKE hingegen ist alarmiert. „Jede fehlende Lehrkraft ist eine zu viel. Für die Schüler_innen bedeutet die akute Unterbesetzung schlechteren Unterricht, für die Lehrer_innen zusätzliche Belastungen“, sagt  Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Die Behörde hat in den letzten Jahren die ausreichende Ausbildung schlicht verschlafen. Da reicht auch die unzulängliche Aufstockung der Stellen für Referendar_innen nicht aus. Hier muss der Senat deutlich nachlegen.”

Schon jetzt würden 13 Prozent des fachlichen Unterrichts an Hamburgs Schulen nicht wie geplant erteilt, wie eine Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion kürzlich aufgedeckt hat. „Wir reden hier über fast 400.000 Schulstunden, in denen im besten Fall andere Fächer unterrichtet werden, im schlimmsten Fall aber nur eine Aufsicht erfolgt“, kritisiert Boeddinghaus. „Wenn die Behörde nun darauf verweist, dass die Schulen ja einen Puffer bei Doppelbesetzung, Förderstunden und Ganztagsangeboten haben, dann verkennt sie den hohen pädagogischen Wert dieser Maßnahmen. Sie dürfen auf keinen Fall als Lückenbüßer für unbesetzte reguläre Lehrerstellen herhalten.”

Der Senat werde Rede und Antwort stehen müssen, an welchen Schulen genau die Lehrer_innen fehlen, kündigt Boeddinghaus an. „Wir hören immer wieder, dass der Mangel gerade an Schulen mit schwierigem sozialem Umfeld extrem ist. Wenn sich das bewahrheitet, erwarte ich von der Behörde eine gezielte Steuerung. Selbstverantwortete Schule kann nicht bedeuten, dass die betroffenen Standorte im Regen stehen gelassen werden.“