Mehr Prävention von religiös-politischer Radikalisierung an Schulen

Mehr Prävention von religiös-politischer Radikalisierung an Schulen fordert die Fraktion DIE LINKE mit ihrem Antrag 21/11844 in der heutigen Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft. SPD und Grüne verweigern allerdings eine Überweisung in den Schulausschuss und damit eine fachliche Debatte zum Thema.

„Das macht mich sprachlos. Immer wieder verfallen junge Menschen in Hamburg fundamentalistisch-islamistischen Ideen, etwa durch gezielte Anwerbung an öffentlichen Orten, an Schulen oder im Netz. Sich damit nicht auseinandersetzen zu wollen, grenzt an Realitätsverweigerung“, sagte in der Debatte die schulpolitische Sprecherin der Fraktion, Sabine Boeddinghaus. „Um gleich jeglichen populistischen Reflex im Keim zu ersticken: In der Gruppe ,Salafismus und gewaltbereiter Dschihadismus‘ überwiegt die deutsche Staatsangehörigkeit mit 60 Prozent bei weitem! Wir erleben zudem eine generelle Zunahme von ausgrenzenden, fundamentalistischen Überzeugungen, die bereits Formen einer Jugendsubkultur angenommen haben. Es gibt also viel zu tun.“

Die Schulen brauchten daher mehr Unterstützung und Entlastung, Beratung und Fortbildung, auch in Bezug auf so heikle Themen wie religiös motivierte Radikalisierung. „Der zuständige Fachbereich für Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit des Landesinstituts für Lehrerbildung etwa wird erst ab Klasse 5 tätig“, so Boeddinghaus. „Aus unserer Sicht sind aber gerade die Grundschulen Orte, an denen gezielte Präventionsprogramme Toleranz schaffen können. Der Schwerpunkt muss noch mehr auf die Prävention gelegt werden, wir dürfen nicht erst aktiv werden, wenn das berühmte Kind in den Brunnen gefallen ist.“