Schulschwimmen: Senator Rabe hat Inklusion nicht verstanden

  • 29. März 2019

Nach einem heute bekannt gewordenen Vermerk der Schulbehörde dürfen Kinder mit Epilepsie nicht am Schwimmunterricht teilnehmen, wenn ihr Arzt nicht mit Bescheinigung garantieren kann, dass es zu keinem Anfall kommen wird. „Das zeugt wieder einmal vom Unverständnis des Schulsenators darüber, was Inklusion eigentlich bedeutet“, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Sabine Boeddinghaus. „Er versucht, den Anspruch auf barrierefreie und uneingeschränkte Teilnahme aller Kinder an allen schulischen Angeboten durch Exklusion zu konterkarieren. Gerade noch hat der Senat den zehnten Geburtstag der UN-Behindertenrechtskonvention gefeiert – Senator Rabe hat das offenbar verschlafen.“

DIE LINKE hat das aktuelle Schwimmkonzept immer wieder als pädagogisch unzureichend kritisiert, weil damit der Schwimmunterricht aus der Verantwortung der Schulen an Bäderland übertragen wurde. „Die Inklusion im Schwimmunterricht kommt dabei viel zu kurz, weil Bäderland erstens die notwendige Qualifikation und zweitens ausreichendes und geschultes Personal zur Begleitung gar nicht zur Verfügung stellen kann“, so Boeddinghaus. „Der Senator muss endlich aktiv werden, damit wirklich alle Kinder, unabhängig von ihren jeweiligen Unterstützungsbedarfen, ausnahmslos am Schwimmunterricht teilnehmen können. Das ist nicht zu viel verlangt, das ist ein Menschenrecht!“