Gescheitert und sozial ungerecht: Schulschwimmen braucht Kurswechsel

Seit Jahren schließt nur die Hälfte aller Hamburger Schulkinder den Schwimmunterricht als sichere Schwimmer_innen ab, der größte Anteil der Nichtschwimmer_innen findet sich in den finanziell benachteiligten Stadtteilen. „Schwimmen ist gerade in einer Hafenstadt lebensnotwendig“, erklärt Sabine Boeddinghaus, Schulexpertin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Dass Hamburgs Unterrichtskonzept dabei derart versagt und sozial ungerecht ist, ist unverantwortlich und muss schleunigst geändert werden.“

DIE LINKE bringt daher zur Sitzung am 27. September einen Antrag (Drs. 21/10375) auf Neuausrichtung des Schulschwimmkonzepts in die Bürgerschaft ein. Im Kern soll dadurch unter anderem das Schwimmniveau „Bronze“ neuer Mindestschwimmstandard werden, Schulschwimmen soll wieder als Teil des Sportunterrichts mit Lehrer_innen durchgeführt und auf die kompletten Schuljahre 3 und 4 ausgeweitet sowie die Inklusion als eigenständiger Schwerpunkt verankert werden. Die zahlreichen Verbesserungen des Schwimmkonzepts sollen vom Senat gemeinsam mit den Schulen und Expert_innen überplant und bis zum Schuljahr 2018/19 umgesetzt werden.

„Außerdem muss jede Schule mit besonders vielen Nichtschwimmer_innen zusätzlich unterstützt werden, um die soziale Schieflage bei der Schwimmfähigkeit abzufangen“, fordert Boeddinghaus. „Wenn an KESS 1-Schulen in Hamburg-Mitte oder Harburg bis zu 80 Prozent der Schüler_innen trotz Schwimmunterricht nicht sicher schwimmen können, an KESS 6-Schulen etwa in Altona und Wandsbek hingegen keine 20 Prozent, dann ist das nicht hinnehmbar.“