Kinder und Jugendliche in Not – der Senat schaut weg

ASD-Mitarbeiter_innen haben aufgedeckt: Die 65 Plätze in Hamburgs Kinderschutzhäusern sind vollständig belegt, Bereitschaftspflegefamilien sind kaum zu finden. „Das überrascht mich nicht“, erklärt dazu Sabine Boeddinghaus, familienpolitischer Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Das sind Fakten, die in der Kinder- und Jugendhilfe in Hamburg leider zum Alltag gehören. Diese Meldung zeigt aber auch, wie prekär die Lage der Einrichtungen der sozialen Infrastruktur in Hamburg, eine der reichsten Städte Europas, inzwischen ist. Dass der Pressesprecher der BASFI versucht, bei Notlagen den Schwarzen Peter den ASD-Mitarbeiter_innen zuzuschieben, ist schäbig und verantwortungslos. Der Senat muss schnellstens die nötigen Rahmenbedingungen für eine sichere Versorgung von Kinder und Jugendlichen in Problemlagen herstellen!“

Boeddinghaus erinnert daran, dass auch in den Mutter-Kind-Einrichtungen nach wie vor Plätze fehlen, wie bereits im Fall Yagmur aufgedeckt. Die Liste der überlasteten sozialen Einrichtungen ist allerdings länger: So fehlen Stellen in der Straßensozialarbeit, im Bezirk Mitte gibt es außerhalb von Wilhelmsburg kein Angebot einer Erziehungsberatungsstelle und wo es Beratungsstellen gibt, sind diese vollkommen überlastet. „Die Mitarbeiter_innen gehen auf dem Zahnfleisch und auch im ASD selbst gibt es immer noch notleidende Abteilungen“, so Boeddinghaus. „Ich fordere vom Senat, die soziale Infrastruktur endlich bedarfsgerecht auszustatten. Dazu gehört ein neues Kinderschutzhaus. Dazu gehören aber auch genügend Straßensozialarbeiter_innen, Erziehungsberatungsstellen, funktionsfähige ASD-Abteilungen und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die in der Lage sind, die zusätzlichen Aufgaben durch die Einbindung in die sozialräumlichen Angebote, den schulischen Ganztag oder die Jugendlichen und Kinder aus Flüchtlingsfamilien auch zu bewältigen.“