1

LINKE stellt Antrag zur Ausweitung des Winternotprogramms für Obdachlose

Die ganztägige Öffnung des Winternotprogramms und den anonymen voraussetzungslosen Zugang für alle Obdachlosen fordert die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft in einem Antrag zur nächsten Bürgerschaftssitzung. Bisher sind die Einrichtungen nur nachts geöffnet, so dass die Obdachlosen tagsüber – selbst bei strengem Frost – zurück auf die Straße geschickt werden.

„Bei kalten Temperaturen und ungeschützt auf der Straße, besteht auch tagsüber die Gefahr, dass die Menschen unterkühlen und sich Erfrierungen zuziehen“, sagt Cansu Özdemir, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion. „In den letzten Wintern war auch der April häufig noch nass und kalt. Deshalb fordern wir den Senat auf, die Einrichtungen des Winternotprogramms nicht nur tagsüber zu öffnen, sondern den Erfrierungsschutz zu verlängern.“ Die Forderung nach einer ganztägigen Öffnung des Winternotprogramms wurde bereits im letzten Winter in einer Petition von fast 100.000 Menschen unterstützt. In einem offenen Brief schließen sich dem nun auch die Mitarbeiter_innen von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe an.

Die Auslastung des vergangenen Winternotprogramms war im vergangenen Winter mit 77 Prozent vergleichsweise niedrig. „Eine große Anzahl von Obdachlosen wurde mit der Begründung, sie seien ja freiwillig obdachlos, von der Nutzung des regulären Winternotprogramms ausgeschlossen und auf die Wärmestube verwiesen“, sagt Özdemir. Dort aber kamen viele gar nicht an: Von den 377 Menschen, die im Winternotprogramm 2017/2018 an die Wärmestube verwiesen wurden, wurde sie nur von 116 Personen genutzt. „Diese Praxis führt dazu, dass die Betroffenen zunehmend in versteckter Armut leben und verelenden“, meint Özdemir. „Das Winternotprogramm sollte ein anonymer niedrigschwelliger Erfrierungsschutz für alle auf der Straße lebenden Menschen sein.“