Olaf Scholz hinterlässt viele offene Baustellen

Nach monatelangem Hin und Her ist es nun offiziell: Olaf Scholz gibt das Amt des Ersten Bürgermeisters ab, um Bundesfinanzminister zu werden. „Sieben Jahre lang hat Olaf Scholz Hamburg regiert, zum Teil auch geprägt“, erklärt dazu Sabine Boeddinghaus, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Er war professionell, fleißig, hatte einen hohen Wissensstand in allen Bereichen – das muss man ihm lassen. Die Kehrseite ist seine völlig unterentwickelte Beziehung zu den Bürger_innen, seine Empathielosigkeit, sein stures Durchregieren, sein fehlender Instinkt für die Stimmung in der Stadtgesellschaft. Scholz hat sich in den sieben Jahren als Bürgermeister allein an der Wirtschaft orientiert und den Sozialbereich langsam, aber unerbittlich ausgetrocknet.“

Über allem stand Scholz‘ „unbedingter und bedingungsloser, um nicht zu sagen autoritärer Führungsanspruch“, so Boeddinghaus: „Zuhören, andere Meinungen einholen, auf Gesprächspartner zugehen – das konnte Olaf Scholz nicht. Der Bürgermeister einer großen, weltoffenen Stadt wie Hamburg aber muss das können. Für seinen Nachfolger gibt es viel zu kitten.“