Anschlag in der Halskestraße: Kein Interesse an Gedenken?

  • 20. Juni 2017

Auch 36 Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in der Halskestraße zeigt der Senat kein Interesse an einem Gedenken an die Opfer. Das zeigt eine aktuelle Anfrage (Drs. 21/9038) der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Bei dem Angriff der neonazistischen „Deutschen Aktionsgruppen“ am 22. August 1980 waren die beiden jungen Männer Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân ums Leben gekommen. Mit einer Pressemitteilung kritisiert heute die „Initiative für ein Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân“ das Desinteresse des Senats. „Wir begrüßen es sehr, dass die Initiative mit Nachdruck an die Öffentlichkeit geht“, kommentiert Norbert Hackbusch, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion. „Und wir teilen die Kritik am Senat, der in seinen Antworten auf unsere Anfrage eine irritierende Teilnahmslosigkeit erkennen lässt!“

Die Fraktion DIE LINKE unterstützt das Anliegen der Initiative, einen Gedenkort für die Opfer zu realisieren. Zu den Drahtziehern des Anschlags gehörte Manfred Röder, der später mit Mitgliedern des rechtsterroristischen Netzwerks NSU in Verbindung stand. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Taten wie diese in Vergessenheit geraten“, so Hackbusch. „Gerade heute, wo Fremdenfeindlichkeit und rechte Gewalttaten wieder erschreckend zunehmen.“