Beschwerden über Straßenlärm laufen ins Leere: 
Tempo 30 jetzt!

An vielen Straßen in Hamburg liegen die Lärm- und Luftbelastungen über den zulässigen Grenzwerten. Betroffene Anwohner_innen können zwar beantragen, dass der Senat für weniger Verkehrsbelastung sorgt, etwa durch Geschwindigkeitsreduzierungen oder Durchfahrtsverbote. Doch obwohl seit Monaten bereits 142 Anträge vorliegen, hat Rot-Grün bislang keine Maßnahmen ergriffen. Dies geht aus der Senatsantwort auf eine Große Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft (Drs. 21/8446) hervor.

“Es ist unglaublich, dass die Anträge seit dem Sommer 2016 nicht bearbeitet wurden. Dem Senat scheint die Gesundheit der Menschen nicht so wichtig zu sein«, sagt Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Schließlich sei das Ausmaß der Luft- und Lärmbelastung in Hamburg groß: Laut Lärmaktionsplan 2013 (Stufe 2, Seite 3) sind tagsüber etwa 120.000 Personen und nachts 144.000 Personen von hohen Straßenlärmwerten betroffen, die über den vom Sachverständigenrat für Umweltfragen genannten Pegeln liegen (65 Dezibel am Tag, 55 Dezibel in der Nacht). »Wir brauchen endlich eine Geschwindigkeitsreduzierung auf den Straßen, die positiven Effekte von Tempo 30 liegen auf der Hand. Immerhin gibt der Senat selbst in seiner Antwort an, dass 30 km/h statt 50 km/h eine Entlastung von 3 Dezibel bringen«, so Sudmann. “Tempo 30 jetzt und flächendeckend – Hunderttausende Hamburger_innen werden dafür dankbar sein!”