City-Hof: DIE LINKE fordert Verschiebung der UNESCO-Mission

  • 21. August 2018

Bereits am 30. August 2018 kommt die UNESCO bzw. ICOMOS zu einer Beratungsmission nach Hamburg, um eine mögliche Gefährdung des Welterbes Kontorhausviertel durch den Abriss des City-Hofs zu prüfen. Und auch hier trickst der Senat wieder, wie eine aktuelle Anfrage der Fraktion DIE LINKE (Drs. 21/14019) zeigt: „Weil die Mission dem Senat nicht ins Konzept passt, versucht er den direkten Austausch über die Kritik so klein wie möglich halten“, kritisiert Heike Sudmann, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion. So hat er zum zweistündigen Austausch mit ICOMOS sechs Behörden mit einer ungenannten Zahl von Vertreter_innen eingeladen, dazu SPD, Grüne und das Bauunternehmen Prien – aber nur maximal sechs Abrissgegner_innen (Denkmalverein, Denkmalrat, City-Hof e.V., Linke, CDU, FDP). „Der Senat geht nach Gutsherrenart vor: Er lässt nur die Kritiker_innen des City-Hof-Abrisses zu, die sich zu diesem Thema schriftlich an die UNESCO/ICOMOS gewandt haben – die Architektenkammer, die Freie Akademie der Künste, das Bündnis Stadtherz und andere weist er ab. Bei den Befürworter_innen dagegen lädt der Senat auch diejenigen ein, die sich nicht schriftlich an UNESCO/ICOMOS gewandt haben, wie die SPD- und die Grünen-Fraktion oder das Bauunternehmen Aug. Prien.“

Auch den Zeitpunkt der Beratungsmission habe der Senat manipulativ gesetzt – wohl wissend, dass der Bürgerschaft die beschlossene Akteneinsicht zum City-Hof bis Ende August nicht ermöglicht sein wird. „Es gibt überhaupt keinen Zeitdruck und keinen Grund, ICOMOS nicht erst nach September einzuladen, wenn die Abgeordneten die Unterlagen eingesehen haben“, so Sudmann. „Aber für den Abriss des City-Hofs setzt der Senat eben alle Tricks und Mittel ein. Das ist ein absolut schäbiges Verhalten – zu Lasten des Welterbes, des City-Hofs und des Denkmalschutzes in Hamburg.“

Die Fraktion DIE LINKE fordert daher die Verschiebung und Neuorganisation des Termins für die Beratungsmission. Er dürfe erst nach der Akteneinsicht der Bürgerschaft und mit einer gerechten Einbeziehung der Kritiker_innen des Abrisses in die Mission stattfinden.