Deutschlandhaus: Rendite statt Baukultur!

Heute hat der Oberbaudirektor Franz-Josef Höing gemeinsam mit dem Investor ABG und Architekten den Entwurf für den Neubau des Deutschlandhauses vorgestellt. Dazu erklärt Heike Sudmann, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft:
“Der Neubau des Deutschlandhauses ist ein weiteres Beispiel für den hoffnungslosen Umgang Hamburgs mit seinen historischen Bauten und seinem kulturellem Erbe. Der Senat scheut die öffentliche Debatte, dem Investor wird hingegen ein roter Teppich ausgerollt.”

Jetzt soll es ein größeres und wuchtigeres Gebäude mit 30 Wohnungen entstehen. Die Bürgerschaft sei über die Neubaupläne nicht umfassend informiert worden: Noch vergangene Woche habe der Senat im Stadtentwicklungsaussschuss verkündet, dass der Entwurf noch nicht fertig sei, wenige Tage später erhielten ihn dann nur rot-grüne Abgeordnete und die Medien.

“Mit den 30 Alibi-Wohnungen soll der Öffentlichkeit ein Neubau schmackhaft gemacht werden, der vor allem eines schafft: mehr Gewinne für den Investor. Diese renditeorientierte Stadtentwicklung muss endlich aufhören. Sonst werden noch mehr wichtige Bauten der Abrissbirne zum Opfer fallen”, warnt Sudmann.
In der bereits vor Monaten entbrannten öffentlichen Diskussion um den Neubau des Deutschlandhauses gehe es nicht um historisierende Entwürfe oder nachgemachte Fassaden – sondern vielmehr darum, welche Bauwerke in der Stadt wie zu erhalten seien und wer darüber bestimme.