Endlich: Dolmetscher für psychisch erkrankte Geflüchtete

Auf Initiative des Vereins Segemi e.V. wollen die Regierungsfraktionen einen Dolmetscher_innenpool zur Behandlung von psychisch erkrankten Flüchtlingen einrichten. Die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft begrüßt die Initiative des Vereins und wird den Antrag unterstützen, zumal sie bereits im November 2015 einen solchen Pool gefordert hatte – was SPD und Grüne damals abgelehnt hatten. „Vor dem Hintergrund, dass laut Bundespsychotherapeutenkammer jeder zweite Flüchtling traumatisiert ist und die muttersprachliche Übersetzung elementar für eine erfolgreiche Therapie ist, freuen wir uns über diese Entwicklung“, erklärt dazu Deniz Celik, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion. „Gut, dass endlich auch bei den Regierungsfraktionen ein Umdenken stattgefunden hat und sie unsere Forderung aufgreifen. Denn die monatelange Untätigkeit des Senats in diesem Bereich hat dazu geführt, dass viele Geflüchtete keine angemessene Versorgung erhalten haben und ihr Leiden größer geworden ist.“

Gerade weil hinlänglich bekannt ist, dass eine Therapie erschwert und weitere somatische Erkrankungen riskiert werden, wenn traumatisierte Menschen nicht schnell behandelt werden, sei  die monatelange Ignoranz des Senats unverantwortlich, so Celik. „Deshalb: Besser spät als nie. Trotzdem fordern wir von SPD und Grünen weitere Maßnahmen wie den Ausbau der Kapazitäten im ambulanten und stationären Bereich und die Einrichtung eines interdisziplinären und psychosozialen Behandlungszentrums für geflüchtete Menschen.“