Für Vereine und Menschen katastrophal: Erneute Schlammschlacht um den Sportfördervertrag

Die Verhandlungen zwischen Senat und Hamburger Sportbund (HSB) um den Sportfördervertrag sind erneut in Stocken geraten. In dem Konflikt geht es um die geforderte Mittelerhöhung von HSB und Hamburger Fußball-Verband (HFV) von vier Millionen Euro. Mehmet Yildiz, sportpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft kritisiert: “Trotz knapp einer Milliarde mehr Steuereinnahmen geizt der Senat in vielen Kernbereichen wie Soziales, Altersvorsorge, Kita und Breitensport. Die vom Senat angebotene Gesamterhöhung der Mittel um 922 000 Euro ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.”

Die Sportinfrastruktur ist in Hamburg zu nahezu 100% ausgelastet. Rund 650 000 Hamburger_innen betreiben Sport. Bis 2030 werden bis zu 60 000 neue Sporttreibende erwartet. Zahllose Vereine und die Verbände wie der HSB weisen den Senat darauf seit Jahren auf dieses Problem hin. Mehmet Yildiz: “Der Senat brüstet sich mit großen Sportevents. Wichtig ist aber der Breitensport für die Menschen dieser Stadt. Daher benötigen wir hier Investitionen.”

Yildiz betont die soziale Komponente des Breitensports: “Projekte wie ‚Kids in die Clubs‘ und ‚Integration durch Sport‘ sind wertvolle Bestandteile einer erfolgreichen Sportpolitik.“ Die Mittel für diese Projekte sind durch den Verhandlungsstopp bedroht und könnten im Jahr 2019 und 2020 wegfallen. Yildiz: „Dies wäre für die Vereine und Menschen katastrophal, zumal es mit diesen Projekten nur positive Erfahrungen gab.”

Mehmet Yildiz kritisiert, dass es immer wieder zu einer Situation wie jetzt kommt: “Alle zwei Jahre muss der organisierte Sport wie ein ‚Bittsteller‘ um jeden Euro kämpfen. Der Verhandlungsstopp zeigt, dass wir dringend die Praxis des Sportfördervertrages verändern müssen!”