Mehr Wohnungen an Hauptverkehrsstraßen? Nur mit weniger Verkehr!

NDR 90,3 berichtet heute über Überlegungen in Hamburgs Behörden, an Hauptverkehrsstraßen den Wohnungsbau zu verdichten, indem Einzelhäuser oder zweistöckige Mietshäuser durch mehrgeschossige Häuser ersetzt werden. Im Bezirk Altona hätten Untersuchungen an drei Hauptverkehrsstraßen (Luruper Hauptstraße, Sülldorfer und Osdorfer Landstraße) ein Potenzial von 20.000 Wohnungen ergeben.

„Der stark angestiegene Verkehr auf den Hauptverkehrsstraßen hat dazu geführt, dass viele Menschen dort nicht mehr wohnen wollten. Statt Wohnhäuser stehen dort jetzt riesige Supermärkte und Autohandelsflächen, die fast alle gleich aussehen und mehr an überdimensionierte Schuhkartons als an Architektur erinnern. Sich nun auf Wohnungsbau in der Stadt zurückzubesinnen, ist ein Schritt in die richtige Richtung”, stellt Heike Sudmann, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, fest. „Doch attraktives Wohnen ist dort nur möglich, wenn es weniger Verkehr und weniger Belastungen gibt.“

Die Weisheit, dass auf der selben Fläche mehr Menschen wohnen können, wenn statt Einfamilienhäuser dort Mehrfamilienhäuser entstehen, gelte auch für andere Bereiche der Stadt, meint Sudmann. Deshalb müsse überall geprüft werden, wie sparsamer mit Flächen umgegangen werden könne, um möglichst wenig Grünflächen zu versiegeln. Das gelte auch insbesondere für die Stadtränder. „Schöner Wohnen im Grünen für gut Betuchte und verlärmtes, abgasgeschwängertes Wohnen an Hauptverkehrsstraßen für Menschen mit wenig Einkommen: Diese Art Stadtentwicklung müssen wir verhindern!“