Ruhe bitte! Senat tut zu wenig gegen gesundheitsschädlichen Lärm

465.000 Hamburger_innen sind nach aktuellen Daten des Senats von einer erheblichen Lärmbelastung über 55 dB (A) betroffen. Grund für die Fraktion DIE LINKE, Lärm zum Thema in der Hamburgischen Bürgerschaft zu machen. Denn Lärm macht krank: Hörprobleme, Kommunikationsstörungen, Bluthochdruck und andere Folgen sind seit langem anerkannt. Das Umweltbundesamt stellt sogar fest, dass Menschen, die länger als 15 Jahre an einer lauten Straße oder Bahn wohnen, ein statistisch signifikant erhöhtes Sterblichkeitsrisiko haben.

„Diesem Risiko setzt der Senat mit seiner zaghaften Politik fast 500.000 Hamburger_innen aus“, sagte in der heutigen Aktuellen Stunde Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. „Denn weder im Straßen- noch im Flugverkehr ist er bereit, Maßnahmen für eine deutliche Lärmreduzierung durchzusetzen. Das muss endlich ein Ende haben: Mehr Ruhe und Gesundheit müssen auch in einer Großstadt möglich gemacht werden!“

Hatte der Senat 2013 angekündigt, sich um die 40 lautesten Straßen Hamburgs kümmern zu wollen, gilt heute auf lediglich drei dieser Straßen eine nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. Auch beim Fluglärm droht der Senat den Fluglinien, die nach 23.00 Uhr starten oder landen, lediglich mit dem Zeigefinger. „Ein paar nächtliche Tempo 30-Beschränkungen reichen ebenso wenig aus wie eine scheinheilige Empörung des Umweltsenators über den diesjährigen Negativrekord von über 1.000 Flügen, die die Nachtruhe stören“, sagte Sudmann. „Eine generelle Geschwindigkeitsreduzierung sowie ein echtes Nachtflugverbot würden für hunderttausende Hamburger_innen eine erhebliche Steigerung ihrer Wohnqualität und ihrer Gesundheit bedeuten.“