Senat muss sich für Arbeitsplätze bei Hapag-Lloyd einsetzen

  • 8. Juli 2018

Die Reedereien in Hamburg sind kräftig in der Krise: Hamburg Süd wird gegenwärtig von Maersk zerlegt, viele kleine Reedereien geraten durch den Verkauf der HSH Nordbank in Schwierigkeiten, und jetzt überrascht Hapag-Lloyd mit einer Gewinnwarnung: Auf das Ergebnis drücken die immense Verschuldung von fast 6 Milliarden Euro und die stagnierenden Margen in den Liniendiensten.

Als Reaktion hat sich das Unternehmen vorgenommen, die Beschäftigten in Hamburg verstärkt zu drücken: Effizienzsteigerung und Effektivitätssteigerung sind die Stichworte. „Das Unternehmen spricht von kulturverändernden Maßnahmen – das erschreckt“, sagt Norbert Hackbusch, hafenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Außerdem werden viele Tätigkeiten, die bislang im Haus geleistet wurden, wohl auf externe Dienstleister verlagert. Es ist zu befürchten, dass 200 der 1200 Stellen wegfallen sollen. „Nun ist der Hamburger Senat gefordert“, meint Hackbusch. „Der Erhalt der Arbeitsplätze ist eine wichtige Aufgabe städtischer Beteiligung. Das war auch die Ansage, als Hapag Lloyd mit kräftiger städtischer Unterstützung vor 10 Jahren gerettet worden ist.“

Der zweite Grund für das Engagement der Stadt bei der Reederei war die Ladung für den Hamburger Hafen, erinnert Hackbusch: „Da erstaunen die Informationen über eine Beteiligung in Tanger. DIE LINKE wird dafür sorgen, dass der Senat im Ausschuss Öffentliche Unternehmen ihre Strategie bezüglich ihrer Beteiligung an Hapag Lloyd deutlich macht.“

Die Hauptversammlung am 10. Juli sei ein wichtiger Termin, um diesbezüglich Klarheit zu schaffen: „Es ist unverantwortlich, dass sich die Stadt zum Arbeitsplatzabbau nicht geäußert hat. Die anderen Anteilseigner drängen auf den Arbeitsplatzabbau. Der Senat muss sich dagegen wehren!“