SPD-Vetternwirtschaft heißt jetzt „Büroversehen“ 

  • 17. Mai 2019

Parteipolitische Werbung zeigt die städtische Hochbahn nicht in ihren Fahrzeugen – außer es handelt sich um solche der regierenden SPD. Vorige Woche lief im Fahrgastfernsehen ein Wahlwerbespot der Finkenwerder SPD-Kandidaten zur Bezirksversammlung Mitte Carina Oestreich und David Dworzynski, passgenau auf den HADAG-Fähren der Linie 62 nach Finkenwerder. Auf Nachfragen von Bürger_innen hin nahm die HADAG den SPD-Spot aus dem Programm, Grund für die unzulässige Wahlwerbung sei ein „Büroversehen“ eines Dienstleisters gewesen.

„Vetternwirtschaft heißt jetzt also Büroversehen“, wundert sich der bezirkspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Stephan Jersch„Erstaunlich, dass dieses Versagen zufällig ganz zielsicher auf die Linien in den passenden Wahlkreisen fällt. In einem Unternehmen eines Konzerns, dessen enge Verflechtung mit der SPD schon vielfach Unmut auslöste: der Hochbahn.“

Mit einer Anfrage an den Senat will die Fraktion jetzt unter anderem erfahren, welche parteipolitisch relevanten „Büroversehen“ es vor der Bezirkswahl sonst noch im ÖPNV gibt und wer dafür zuständig ist, so Jersch. „Nicht auszudenken, dass die seit Jahrzehnten intensiv regierende SPD zumindest einen Teil ihrer Stimmen in den Bezirken nur dem Versehen verdankt …“